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Deutschland & Welt

Die eisigen Zeiten werden lange bleiben

Nach dem vielen Schnee, der mancherorts für Chaos sorgte, folgt die nächste Herausforderung: tagelanger Dauerfrost. Auch in Sachsen.

Nicht nur wie hier auf Autobahn 4 ging teilweise gar nichts mehr voran – ohne das Technische Hilfswerk schon gar nicht.
Nicht nur wie hier auf Autobahn 4 ging teilweise gar nichts mehr voran – ohne das Technische Hilfswerk schon gar nicht. © Roland Halkasch

Dresden. Der „Flockdown“ hat weiten Teilen Deutschlands am Montag schwer zu schaffen gemacht. Schnee und Eis behinderten den Verkehr auf Straßen und Schienen. Auf Autobahnen stellten sich Lastwagen quer. Es gab viele Staus und Unfälle, etliche Straßen mussten wegen Schneeverwehungen komplett gesperrt werden.

Zwar soll in den nächsten Tagen kein nennenswert neuer Schnee dazu kommen. Doch es kündigen sich bereits neue Wetterextreme an. Ab Dienstag kommen eisige Zeiten mit heftigem Dauerfrost. Das hatten wir in Deutschland lange nicht in dieser Intensität“, so der Extremwetter-Forscher Frank Böttcher. Die Tagestemperaturen klettern ihm zufolge zur Wochenmitte nur wenig über die minus zehn Grad. In der Mitte Deutschlands wird es besonders eisig: In der Nacht zum Mittwoch verbreitet an die minus 20 Grad. Für Südbrandenburg und Nordsachsen sehen die Wettermodelle sogar bis minus 27 Grad vorher. „Bei Aufklarung ohne Wolken können in solch einer Situation auch mal minus 30 Grad erreicht werden. Das ist überhaupt nicht ausgeschlossen“, sagt Böttcher.

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Bis zu zehn Grad Minus werden an der Küste erwartet. Dort bleibt es allerdings sehr stürmisch. Der Wind drückt das Wasser an die Ostseeküste. In der Kieler Bucht wird ein Sturmhochwasser von etwa einem Meter über Normal erwartet, was sehr viel ist. Die ostdeutsche Küste mit den Inseln Rügen und Usedom ist deutlich weniger bedroht.

West-Ost-Gefälle in Sachsen

In Sachsen gab es laut Deutschem Wetterdienst am Montag ein West-Ost-Gefälle. Während Leipzig knietief im Schnee versank, fielen in der Oberlausitz lediglich zehn bis 20 Zentimeter Schnee. Besonders viel Schnee habe es auch im Vogtland mit bis zu 30 Zentimetern gegeben. Wegen des böigen Windes und vieler Schneewehen seien die Mengen aber schwierig zu bestimmen gewesen.

Überall im Freistaat waren Räumfahrzeuge unterwegs. Sie kamen jedoch kaum hinterher, wie zum Beispiel das Landratsamt in Pirna mitteilte. Aufgrund starker Schneefälle und Verwehungen seien geräumte Straßen „nach kürzester Zeit wieder verschneit“ gewesen. Einige Winterdienst-Fahrzeuge bekamen selbst Probleme. So fuhren sich zwei Fahrzeuge der Straßenmeisterei Delitzsch fest und mussten geborgen werden.

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