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Wetterwitzer weiter ohne feste Straße

Noch den gesamten Juni und den halben Juli müssen die Einwohner der Ortsteile über unbefestigte Wege holpern. Der Bauabschluss verzögert sich.

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© Dietmar Thomas

Von Cathrin Reichelt und Heike Heisig

Wetterwitz/Wettersdorf. Der Bau des Abwasserkanals in Wetterwitz und Wettersdorf ist ohne größere Probleme über die Bühne gegangen. Trotzdem werden die Anwohner noch mehrere Wochen lang keine asphaltierte Straße vor ihrer Haustür haben. Darüber hat Frank Lessig, der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV) Obere Freiberg Mulde, jetzt die Ortschaftsräte um Ortsvorsteher Bernd Handschack informiert.

Dieser Stahlgittermast in Wettersdorf kommt weg. Er wird durch einen aus Beton mit LED-Licht ersetzt.
Dieser Stahlgittermast in Wettersdorf kommt weg. Er wird durch einen aus Beton mit LED-Licht ersetzt. © André Braun

Grund dafür ist nach Angaben Lessigs, dass sich weitere Versorgungsträger entschlossen, die aufgerissenen Straßen zu nutzen und ihre Leitungen gleich noch mit zu erneuern. Für Bernd Handschack ist das insoweit unverständlich, weil für gewöhnlich alle Versorgungsträger lange vor einer geplanten größeren Baumaßnahme informiert werden und ihre Beteiligung anmelden können.

Als neuen Abnahmetermin für den Kanal nannte Bernd Handschack die 28. oder 29. Kalenderwoche. Das wäre zwischen dem 11. und 23. Juli. In Wettersdorf wird die Fahrbahn in etwa 1,60 Meter Breite – etwas weniger ist für das Verlegen des Abwasserkanals beansprucht worden – wieder mit Asphalt geschlossen. In Wetterwitz soll sich ein weitreichenderer Straßenbau anschließen, wofür die Stadt Roßwein verantwortlich zeichnet. Termine dafür nannte Bauamtsleiterin Petra Steurer, die kürzlich zur Ortsteilbesichtigung in Wetterwitz war, noch nicht. Fest steht, dass die Anwohner froh sind, wenn sie wieder eine befestigte Straße vor der Haustür haben. Derzeit staubt es dort ganz schön, der Wind tut sein Übriges.

Eine Bank zum Ausruhen und ein Baum

Im Zuge des laufenden Kanalbaus und der damit verbundenen Erneuerung der Straßenbeleuchtung bekommen die Wetterwitzer einen neuen Straßenbeleuchtungsmasten und die Wettersdorfer vier. Dafür sind Kosten in Höhe von knapp 10 000 Euro im Haushalt der Stadt Roßwein eingeplant, sagte der Ortsvorsteher.

Er übermittelte der Verwaltung bei der Ortsbesichtigung auch gleich noch einen Wunsch der Wetterwitzer. „Sie würden sich freuen, wenn sie neben einer neuen Straße auch noch eine Bank zum Ausruhen bekommen und dort einen Baum“, so Bernd Handschack. Ein Platz dafür ist nach seinen Worten schon ausgesucht: am Ortsausgang in Richtung Choren (Nähe der neuen Trafostation).

Wenn die Kanäle abgenommen sind, haben die Anwohner ein halbes Jahr Zeit, sich anzuschließen. Wenn das passiert ist, kommen auch auf die Wetterwitzer und Wettersdorfer die neuen Gebühren für die Abwasserentsorgung zu. Wie diese sich entwickeln, wollten die Anwohner schon vor gut einem Jahr in der Infoveranstaltung zum damals noch bevorstehenden Kanalbau wissen. Seinerzeit konnte Frank Lessig nur mit der allgemeinen Prognose antworten, dass die Preise in nahezu allen Bereichen tendenziell steigen. Beim AZV Obere Freiberger Mulde gibt es ab dem 1. Juli eine neue Preistabelle. Volleinleiter, wie sie die neu angeschlossenen Grundstücke dann sind, zahlen eine Monatsgebühr von 7,14 Euro und eine Abwassergebühr von 3,06 Euro pro verbrauchtem Kubikmeter Trinkwasser (bisher sind es 2,77 Euro). Billiger wird dagegen die Einleitung von Regenwasser ins öffentliche Netz. Dafür sind ab Juli noch 46 Cent pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche zu entrichten. Derzeit liegt die Niederschlagswassergebühr bei 55 Cent pro Quadratmeter.