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Leben und Stil

Gerücht: Mundschutz für Kinder gefährlich?

Der dichte Abschluss über Nase und Mund könne zu Atemnot führen, heißt es in einem Kettenbrief auf WhatsApp. Ist das wahr?

Kindern macht es manchmal keinen Spaß einen Mund-Nase-Schutz gegen das Coronavirus zu tragen. Gefährlich sind die Masken für sie aber nicht.
Kindern macht es manchmal keinen Spaß einen Mund-Nase-Schutz gegen das Coronavirus zu tragen. Gefährlich sind die Masken für sie aber nicht. © 123.rf

In öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch im Supermarkt und in Geschäften in Sachsen sollen seit Montag auch Kinder eine Mund-Nasen-Abdeckung tragen, um andere vor Corona zu schützen. Wie alt das Kind dafür sein muss, gibt das Sächsische Sozialministerium allerdings nicht vor. Die Eltern müssten einschätzen können, wann das Kind dazu in der Lage ist, den Mund-Nasen-Schutz zu tolerieren.

„Tut das nicht! Die Kinder ersticken euch schneller, als ihr durch den Laden seid!“, heißt es in sozialen Medien und in einem Kettenbrief bei WhatsApp. Oder: „Masken können für kleine Kinder aufgrund der Kohlendioxid-Rückatmung zum Ersticken führen. Denn sie haben ein viel kleineres Lungenvolumen.“ Eltern, die den Anordnungen Folge leisten wollen, sind deshalb in Sorge. Sie befürchten auch eine Infektion durch Keime in feucht gewordenen Masken.

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Dr. Antje Nordwig ist Kinderpneumologin am Städtischen Klinikum Dresden. Als Spezialistin für Lungenkrankheiten kann sie einschätzen, wie hoch die Gefahr für die Kinder durch Schutzmasken ist. Sie sagt: „Stoffmasken werden für Kinder unter zwei Jahren nicht empfohlen, da eine gewisse Erstickungsgefahr besteht. Vor allem sollte ihnen beim Schlafen keine Maske aufgesetzt werden.“ Denn Kinder in dieser Altersgruppe seien meist noch nicht in der Lage, sich die Maske bei Atemnot selbst vom Gesicht zu ziehen.

Mundschutz ist für Kinder über zwei Jahre nicht gefährlich

Bei über Zweijährigen seien jedoch Gesichtsmasken aus Stoff (Alltagsmasken) geeignet, wenn die empfohlene Distanz nicht eingehalten werden kann. „Stoffmasken liegen anders als die FFP2/3 Masken nicht an der Gesichtshaut an, sondern sind ringsum luftdurchlässig. Das ausgeatmete CO2 entweicht also aus der Maske“, so die Ärztin. Eine CO2-Depotbildung sei damit nicht möglich.

Auch eine Infektion durch Keime in feucht gewordenen Masken sei nicht zu befürchten, denn unter der Maske befänden sich nur die eigenen ausgeatmeten Keime. „Die sind für den Träger selbst nicht gefährlich“, sagt die Lungenfachärztin.

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Eine feucht gewordene Maske sollte allerdings gewechselt werden. Um sie wieder verwenden zu können, müsse sie bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Alternativ sollte der Mundschutz, wenn er nur mit Seifenwasser in Handwäsche gereinigt wird, durch Bügeln desinfiziert werden.

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