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Deutschland & Welt

Frauen leben vier Jahre länger als Männer

Die Lebenserwartung steigt in den meisten Ländern stetig - bis auf die USA. Frauen leben dabei im Schnitt deutlich länger. Eine neue WHO-Studie zeigt, warum das so ist.

© imago

Frauen leben laut der Weltgesundheitsorganisation überall auf der Erde länger als Männer. Die durchschnittliche Lebenserwartung der 2019 geborenen Mädchen sei um 4,4 Jahre höher als diejenige der Jungen, erklärte die WHO am Donnerstag in Genf anlässlich des Weltgesundheitstages am kommenden Sonntag (7. April).

Weiter weist die WHO darauf hin, dass zwischen 2000 und 2016 die durchschnittliche Lebenserwartung aller Menschen um 5,5 Jahre von 66,5 auf 72,0 Jahre gestiegen sei. Ein Grund sei die bessere medizinische Versorgung in vielen Ländern. 

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Anders als in den meisten Ländern der Welt geht in den USA die Lebenserwartung zurück. Bis 2014 ging es dort nach der neuen Gesundheitsstatistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch aufwärts: 2014 hatten neugeborene US-Amerikaner eine Lebenserwartung von 79 Jahren. Ein Jahr später waren es nur noch 78,6 und im Jahr 2016 nur noch 78,5 Jahre. "Fettleibigkeit ist einer der Gründe", sagte WHO-Datenspezialistin Samira Asma am Donnerstag in Genf.

Für Deutschland weist die Analyse einen stetigen Aufwärtstrend auf: Im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 78,1 Jahren, 2016 bei 81 Jahren. Im weltweiten Durchschnitt stieg die Lebenserwartung von 2000 bis 2016 von 66,5 auf 72 Jahre. Die größten Fortschritte gelangen durch eine bessere gesundheitliche Versorgung von Kindern unter 5 Jahren, wie Richard Cibulskis, Autor des Berichts, sagte.

Die Mädchen mit Geburtsjahr 2019 werden laut der veröffentlichten Weltgesundheitsstatistik im Durchschnitt 74,2 Jahre alt werden, die Jungen 69,8 Jahre. 

Die längere Lebenserwartung von Frauen erklärt die WHO mit biologischen Faktoren. Aber auch gesellschaftlich eingeübte Verhaltensmuster und geschlechtsspezifische Einstellungen spielten eine Rolle. Demnach achten Frauen oft besser auf ihre Gesundheit als Männer, so vermeiden sie mehr als Männer hohen Alkoholkonsum. Zudem suchen Frauen öfter medizinisches Fachpersonal auf als Männer. Das trifft laut der WHO besonders in Ländern zu, in denen viele Menschen bei Epidemien wie HIV/Aids und Tuberkulose sterben. 

 Auch sterben laut WHO Männer öfter an nichtnatürlichen Ursachen als Frauen. So seien die Suizid-Raten von Männern um 75 Prozent höher als bei Frauen. Ab dem 15. Lebensjahr sterben den Angaben nach mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen im Straßenverkehr. Durch Tötungsdelikte kommen gemäß WHO vier Mal mehr Männer als Frauen ums Leben. (epd/dpa)