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Widerstand gegen neue Brücke

Der Vorstand der GWG spricht sich jetzt offen gegen das Vorhaben aus. Die in Görlitz vorhandenen Brücken reichen, so Frank Heuer.

Von Matthias Klaus

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Ende vergangenen Jahres war das Thema Bürgerbeteiligung ein ganz großes der Görlitzer Rathausspitze. An sechs Abenden wurde debattiert, über fehlende Sitzbänke, kaputte Fußwege, den Winterdienst, die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Nur ein Thema kam dabei offensichtlich ein wenig zu kurz: Was halten die Görlitzer von einer neuen Fußgängerbrücke am Lindenweg?

Ende vergangenen Jahres hatte der Stadtrat den Bau mehrheitlich gebilligt. Schon damals war das Vorhaben umstritten in der Bürgerschaft. Nun, nach dem Neujahrsempfang des Görlitzer Oberbürgermeisters Siegfried Deinege, während dem der Rathauschef noch einmal das Vorhaben verteidigte, regt sich weiterer Widerstand in der Görlitzer Bevölkerung. „Die Mehrheit und die in meinem Umfeld Befragten stimmen mir zu: Kein Mensch braucht diese Brücke“, so Frank Heuer, geschäftsführender Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Görlitz (GWG). Als Brücke, welche Völkerverbindung präsentieren soll, so seine Meinung in einem Schreiben an die SZ, reichen die bisher vorhandenen Brücken. Er erinnert zudem an den Ländermarathon der 1970er Jahre bis heute! „Dass es früher mehrere Brücken gab, ist bekannt – es gab auch Lehmhütten, warum bauen wir diese nicht wieder auf?“, so überspitzt Frank Heuer.

In seiner Neujahrsansprache erweckte OB Deinege den Eindruck, dass das Fördergeld für die neue Brücke mehr oder weniger per glücklichem Zufall an die Stadt fiel. Das ist aber nicht so. „Die Stadt Görlitz kam auf mich zu und bat um Unterstützung“, so Michael Kretschmer, Görlitzer Bundestagsabgeordneter. Ihm habe die Idee einer dritten Brücke zwischen Altstadt- und Stadtbrücke gefallen, deshalb habe er das Ganze unterstützt. Daraufhin bewarb sich die Stadt für ein Bundesprogramm. Das hatte auch der Stadthallenverein für die Halle im Blick und regte bei OB Deinege eine Bewerbung mit der Halle an. Doch das lehnte Bürgermeister Michael Wieler nachträglich im Stadtrat ab, weil der Umfang des Förderprogramms nur 50 Millionen Euro betrug – zu wenig, um für die Stadthalle etwas rauszuholen.

Was er aber der Öffentlichkeit verschwieg: Görlitz hatte sich stattdessen bereits mit dem Brückenprojekt beworben. Deswegen war die Überraschung groß, als schließlich keine zwei Monate nach Bewerbungsschluss für das Programm bereits die prinzipielle Zusage vom Bund kam. Viele Görlitzer wurden davon regelrecht überrumpelt. Denn die Stadt hatte zwar immer am Neubau einer Brücke am Lindenweg als Ziel für die neue Gestaltung des Neißeufers festgehalten. Aber zugleich immer erklärt, dass die Brücke nicht von den normalen grenzüberschreitenden Förderprogrammen profitieren und dadurch möglicherweise als Letztes gebaut würde. Nun steht sie mit am Anfang der Ufergestaltung.

Ungeachtet der Kritik steht Kretschmer inhaltlich zu der Brückenidee. „Wenn man sieht, wie sich die Touristenströme bereits durch die Altstadtbrücke verändern, dann hat eine weitere Brücke durchaus ihre Berechtigung“, sagt er. Besucher könnten dann sozusagen von Görlitz oder Zgorzelec aus im Kreis an den Ausgangsort zurücklaufen. Das ist zwar auch über die Stadtbrücke möglich. „Aber es schadet doch nichts, wenn mehrere Möglichkeiten vorhanden sind“, so der CDU-Generalsekretär. Dass mit einer zusätzlichen Brücke auch möglicherweise die Kriminalitätsrate steigt, sei ein Argument. „Aber man kann, wenn man will, kontrollieren, überwachen“, sagt er. Und: Wenn jemand mit bösen Absichten über die Neiße will, könne er das auch ohne zusätzliche Brücke. Auf ein Wort

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