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Wie Christus zu seiner Fahne kam

Die Restaurierung der Kanzel der Weinhübler Auferstehungskirche ist geschafft. Trotzdem steht noch ganz viel Arbeit bevor.

© Nikolai Schmidt

Von Ingo Kramer

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Görlitz. Jahrzehntelang stand die Christusfigur auf der Kanzel der Altweinhübler Auferstehungskirche mit erhobener Hand da – aber auch mit leerer Hand. Und keiner wusste, was sie ursprünglich in der Hand gehabt haben könnte. „Da haben wir überlegt, was wir ihr in die Hand geben können, was sie vielleicht früher mal hatte“, sagt Pfarrer Ulrich Wollstadt. Nach dem Sichten von Abbildungen aus anderen Kirchen fiel die Entscheidung auf ein Kreuz mit einer weiß-roten Fahne. „Das sind die von der Symbolik her üblichen Farben“, sagt er.

Im unrestaurierten Zustand hatte die Christusfigur nichts in der Hand.
Im unrestaurierten Zustand hatte die Christusfigur nichts in der Hand. © privat
Auch der Altar muss dringend restauriert werden.
Auch der Altar muss dringend restauriert werden. © Nikolai Schmidt

Seit dem 4. Februar sind Kreuz und Fahne montiert, noch am gleichen Tag gab es einen Gottesdienst mit voller Kirche, einem Chor aus Dresden – und Danksagungen für die Bauleute. Für die kleine Kirche war das ein großer Tag: Die aufwendige Restaurierung der Kanzel ist damit komplett abgeschlossen, das Kreuz war dabei der letzte noch fehlende Schritt. Inklusive der Raumbelüftung und einigen ergänzenden Arbeiten sind insgesamt 100 000 Euro in die Arbeiten geflossen. „Wir haben das Budget eingehalten“, sagt Wollstadt.

Allerdings war es nur der erste Bauabschnitt. Auch Taufengel und Altar müssen dringend restauriert werden. Der Engel wird im Frühling für zwei Wochen abgenommen und in eine Restauratorenwerkstatt gebracht. Dort soll er untersucht und ein Kostenvoranschlag erstellt werden. Die Denkmalpfleger halten den Altar aber für dringender: „Auch dafür wollen wir eine Kostenschätzung einholen“, so Wollstadt. Das passiert hoffentlich auch noch dieses Jahr. Allerdings sei für ihn der Altar nicht ohne Sanierung des Chorraums denkbar. „Wenn die Kosten für beides bekannt sind, wissen wir, wie viele Gelder wir beschaffen müssen“, sagt der Pfarrer. Außerdem muss die künftige Farbgebung geklärt werden. An der Kanzel seien bei der Reinigung viele Farben wiederentdeckt worden. Sie sollen sich am Ende auch am Altar wiederfinden. Doch erst, wenn Geld, genaue Pläne und alle Genehmigungen da sind, können Altar und Taufengel tatsächlich restauriert werden. Wollstadt hofft, dass zumindest eines von beiden nächstes Jahr beginnt.