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Wie das „Schiebock-Haus“ nutzt

Die Sanierung des durch einen Brand beschädigten Wohnhauses in Bischofswerda gab Firmen aus der Region Arbeit. Die revanchieren sich nun mit einer Spende.

© Steffen Unger

Bischofswerda. An der Kamenzer Straße in Bischofswerda gibt es seit vorigem Sommer einen echten Hingucker: Das durch einen Wohnungsbrand im Jahr 2016 stark beschädigte Haus 38/38 A wurde durch den Eigentümer, die städtische Wohnungswirtschaft und Bau(WuB), aufwendig saniert. „Sahnehäubchen“ ist das Bild eines Schiebocks an den beiden Giebeln, der scheinbar mitten durchs Haus rast. Gut fürs Stadtbild, und natürlich auch gut für die Mieter, die die 15 Wohnungen beziehen konnten.

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Nun aber werden auch noch andere von der Baumaßnahme profitieren. Elf Firmen aus Bischofswerda und der Region, die an der Sanierung beteiligt waren, spenden gemeinsam 2 050 Euro für soziale Zwecke in der Stadt. Firmenvertreter überreichten am Dienstag einen symbolischen Scheck an WuB-Geschäftsführer Andreas Wendler. Der wird das Geld an Kindereinrichtungen und das Sozialkaufhaus weiterreichen. Von dem Wohnungswirtschaftsunternehmen war die Initiative zu dieser Spendenaktion ausgegangen. Andreas Wendler: „Ein Nutzen entsteht damit für viele in unserer Stadt. Einerseits haben die Firmen Arbeit vor Ort, und andererseits hat die WuB ein gut vermietbares Objekt mehr. Zudem lassen sich Veranstaltungen für unsere Kinder organisieren und sozial notwendige Einrichtungen können auch noch ein Stück weit unterstützt werden.“

Geld geht auch an das Sozialkaufhaus

Bedacht mit jeweils 250 Euro werden die Kinderhäuser Butterbergwichtel in Geißmannsdorf, Glückskäfer in Schönbrunn und die Kinderkrippe Anne Frank in Bischofswerda. Das Geld hilft unter anderem, Kinderfeste zu finanzieren. Den größten Anteil der Spende – 1 300 Euro – bekommt das Sozialkaufhaus. Es braucht jeden Cent, um seine Räume in Bischofswerda Süd bezahlen zu können. Die WuB engagiert sich seit Monaten für diese Einrichtung. Wohl wissend, dass sich diese in jenem Stadtteil befindet, wo ein Großteil der eigenen Mieter lebt. Und wohl wissend, dass 30 Prozent der WuB-Mieter auf Sozialleistungen angewiesen sind und einen Mietzuschuss von den Behörden erhalten. Außerdem sympathisiere er mit dem Anliegen des Sozialkaufhauses, Dinge wiederzuverwenden statt wegzuwerfen, begründet Andreas Wendler das besondere Engagement für diese Einrichtung.

Die WuB gibt Betrieben der Region Arbeit und bittet im Gegenzug um eine Spende für soziale Projekte. Bei den Unternehmen, die an der Kamenzer Straße gebaut haben, sei er auf offene Ohren gestoßen, berichtet Andreas Wendler. Geld gaben die Unternehmen Mahn aus Rammenau, Gebäudetechnik Ledwig aus Schmiedefeld, Tischlermeister Tino Meier und Elektromeister Michael Wobst aus Bischofswerda, Industrie und Raum aus Großröhrsdorf, die Gesellschaft für Gebäudereinigung Klaus Pflicke Bischofswerda, der Montageservice Uwe Sonntag aus Hochkirch, Raum design 24 aus Neukirch, Fischer-Balkone aus Bennewitz, die Firma Enzersberger aus Schmölln und das Architekturbüro Thomas aus Bretnig-Hauswalde. Es war nicht das erste Mal, dass Bischofswerdas größter Vermieter Firmen um Spenden bat, die für das Unternehmen gebaut haben. Im Jahr 2014 bei der Erneuerung des Spielplatzes an der Maximilian-Kolbe-Straße wurde dieses Modell bereits erfolgreich praktiziert.

Die Wohnungswirtschaft und Bau GmbH investierte 715 000 Euro in die Modernisierung und den Umbau des Wohnhauses aus den 50er-Jahren. Ein reichliches Drittel der Summe wurde von der Versicherung reguliert. Aus ehemals 14 Wohnungen in zwei Eingängen wurden 15.(SZ/ir)