merken

Wie dem Handel geholfen werden soll

Der Aktionsring in Görlitz hat jetzt seine Pläne für 2018 vorgestellt. Die SZ fragt in einer Serie die Händler nach ihren Vorstellungen.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Matthias Klaus

Anzeige
Stadtverwaltung sucht Amtsleitung

Bereit für eine Leitungstätigkeit? Die Kreisstadt Bautzen bietet eine spannende Möglichkeit. Ab sofort.

Görlitz. So wie die Görlitzer Innenstadt zum Lichterglanzfest aussieht, so wünschen es sich die Händler zwischen Bahnhof und Obermarkt wohl des Öfteren: Menschenmassen unterwegs, Geschäfte gut besucht, der Umsatz stimmt. Aber die tägliche Wirklichkeit sieht offenbar anders aus. Dagegen will der Aktionsring, der Verein der Innenstadthändler, etwas tun. Er hat das Projekt GR-IN ins Leben gerufen. „IN wie Innenstadt oder innovativ oder etwas ganz anderes“. So genau will sich da Frank Reimann, Vorstandsmitglied des Aktionsringes, gar nicht festlegen. Er stellte am Dienstagabend die Pläne des Vereins für dieses und ein Stück weit für das kommende Jahr vor – und bekam dafür Applaus von den anwesenden Händlern. Das Motto heißt: Durchstarten auf allen Kanälen, vor allem, was die Werbung für die Innenstadt, für die hier beheimateten Händler betrifft.

In einer Serie geht die Görlitzer SZ den Fragen nach: Welche Chancen haben die Innenstadthändler gegen die Übermacht des Internets, welche Besonderheiten setzen sie dagegen, wie sehen sie die Zukunft? Teil eins erscheint am Freitag im Lokalteil.

Das sind die wichtigsten Vorhaben

Händler verteilen neue Broschüre im gesamten Landkreis

Seit Dezember vergangenen Jahres präsentiert sich der Aktionsring auf Facebook. Das Vorhaben funktioniert, allerdings fehlen noch Anzeigen von Händlern, so Frank Reimann. Mit der geplanten Broschüre soll der Schritt von der digitalen Präsenz zur analogen getan werden. Sie ist ein Hauptthema am Dienstagabend. Frank Reimann hat auch schon ein paar Exemplare mitgebracht, so wie das Händlerheft einmal aussehen könnte.

Die Vorbereitungen, sagt der Aktionsring-Vorstand seien sehr weit fortgeschritten. Vor Ostern soll die erste Ausgabe auf den Markt kommen, im Format A5, auf Hochglanzpapier gedruckt, 20 Seiten
stark, verteilt an 70000 Haushalte im gesamten Kreisgebiet. „Eswird kein Rabattheft“, betont Frank Reimann. Anzeigen, Firmenvorstellungen wird es darin unter anderem geben, außerdem Rezepte, ein Gewinnspiel. Aller viertel Jahre soll die Broschüre erscheinen. Das endgültige Erscheinungsbild des Titels, des Logos steht noch nicht fest. Auch auf Polnisch wird die Broschüre zunächst nicht erhältlich sein, eine Kostenfrage. Den Druck übernimmt eine Firma aus dem Internet – auch das eine Frage der Finanzen.

Aktionsring plant Stand auf der Konventa in Löbau

Der ganz große Auftritt wird es in diesem Jahr in der Löbauer Messehalle noch nicht. „200 Quadratmeter, mitten in der Halle, das wäre schon was“, sagt Frank Reimann. 2018 sollen erst einmal kleinere Brötchen gebacken werden, nach dem Motto: Nicht jeder Händler für sich, sondern gemeinsam für die Innenstadt. Sechs mal sechs Meter groß soll er nun werden, der Händlerstand aus Görlitz. Rund 11000 Euro soll der kosten, gebucht werden muss bis Ende Februar. „Ein Händler allein kann das nicht stemmen, aber als Gemeinschaft können wir es“, wirbt Frank Reimann für das Vorhaben. Er hat bereits Erfahrungen mit Messeauftritten in der Nachbarstadt, war etwa mit Porta auf der LöBau vertreten.

Bürgerfest im Landratsamt oder doch Altstadfest

Seitens des Landkreises bestehe das Angebot, so Frank Reimann, dass sich die Innenstadthändler am geplanten Bürgerfest anlässlich zehn Jahre Landratsamt in Görlitz beteiligen können. Es findet am 25. August in der Behörde an der Bahnhofstraße statt. Ein Vorschlag, dem etliche Händler mit Skepsis gegenüberstehen. Denn am 25. August ist auch Altstadtfest. Der Tenor der Händler: Da gibt es keinen Umsatz, da wollen die Besucher nur feiern. Barbara Frühauf, Vorstandschefin im Aktionsring, findet: „Das Bürgerfest und das Altstadtfest am selben Tag– das passt nicht.“ Noch ist offen, ob sich Händler bei der Kreisparty einbringen.

Qualitätsoffensive mit Hilfe der Hochschule angedacht

Gegen die ganz großen Internetanbieter kommen die Görlitzer Innenstadthändler nicht an. „Aber das Internet ist auch kein Allheilmittel“, sagt Frank Reimann. Deshalb soll es eine Qualitätsoffensive geben, eine Kundenbefragung mit Hilfe der Hochschule Zittau-Görlitz. Kunden wissen zum einen nicht, welche Marken es in Görlitz zu kaufen gibt, Händler wissen andererseits nicht, was Kunden wünschen, so der Aktionsring-Vorstand. Das soll sich nach der Befragung ändern. Und, so der Wunsch von Frank Reimann: „Jeder Chef eines Geschäftes sollte mindestens zehn Worte auf Polnisch oder Englisch sprechen können.“

1 / 4