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Wie der Friedenspark ein Gedenkort bleiben soll

Einst zierten Ehrenmale und Gedenkstein Pirnas zentrale grüne Oase. Doch was wird nun aus all der Erinnerung?

© Daniel Förster

Von Thomas Möckel

Pirna. In früheren Jahren gab es im Pirnaer Friedenspark gleich mehrere Erinnerungsstücke, die vergangener Zeiten gedachten. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Areal ein Kriegerdenkmal aufgestellt, es war vermutlich ein Mahnmal für den Frieden, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 geschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein sowjetisches Ehrenmal dazu, ebenso eine Gedenktafel mit der Inschrift „Hier ruhen 13 Opfer des Faschismus“. Diese Zahl ließ nicht nie zweifelsfrei nachweisen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ließ zwar erst kürzlich nach den Opfern graben, gefunden aber wurde nichts. Und auch all die Erinnerungsstücke sind inzwischen weg – zumindest vom angestammten Platz.

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Das Kriegerdenkmal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, das sowjetische Ehrenmal kam vor fünf Jahren wieder zurück an seinen ursprünglichen Platz auf dem Soldatenfriedhof an der Rottwerndorfer Straße, die Gedenktafel ist wegen des Friedenspark-Umbaus eingelagert. Dabei soll Pirnas zentrales Grünfeld auch weiterhin ein Ort des Gedenkens sein. Nur wie?

Stadt und Gestalter einigten sich schon früh darauf, dass der Park den Friedensgedanken weiterhin trägt, wenngleich in einer anderen Form. Zwischen den Erlebnisbereichen – Wasserfontänen an der Breiten Straße und der später noch entstehende Spielplatz auf dem Gelände der alten Seilerei – liegt ein großer Ruhebereich, dessen zentrales Element eine Friedensbank ist. Sie dient als Ruhepol, als Ort des Innehaltens. Im Sockel ist der Schriftzug „Friedenspark/Friedensbank“ eingeprägt, damit der Verweilende auch weiß, auf welcher Symbolik er da gerade sitzt. Und es kommen weitere Elemente hinzu.

Vorgesehen sind auf dem Areal insgesamt drei Infotafeln, pirnatypisch in Dunkelblau mit weißer Schrift gehalten, darauf sind auch mehrere Fotos zu sehen. Die eine Tafel widmet sich der Historie des Parks, auf dem Entwurf findet sich auch ein Verweis auf das Denkmal und die einstige Wasserfläche: „Das Kriegerdenkmal wurde entfernt und der Teich mit Trümmerschutt verfüllt.“

Die zweite Tafel, die im zentralen Teil der Parkanlage stehen wird, widmet sich generell den Denkmalen. Speziell beschrieben werden das sowjetische Ehrenmal sowie die Gedenkplatte. Beides ist bebildert, ebenso die Suche nach den vermeintlichen Opfern, die 1945 im Park bestattet worden sein sollen. Pirnas Bauausschuss wird sich in seiner Sitzung am 28. September mit den Tafeln beschäftigen. Bestätigt das Gremium sowohl Inhalt als auch Standort, werden die beiden ersten Tafeln nach Ende des zweiten Bauabschnitts fest installiert. Zuvor lässt Pirna noch den Inhalt ins Englische und Tschechische übersetzen, was ebenfalls auf die Tafeln gedruckt wird.

Eine dritte Tafel, die kindgerecht die Arbeit der Seilerei erläutert, die sich einmal im hinteren Teil des Friedensparks befand, soll voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2018 aufgestellt werden, wenn der Kinderspielplatz an dieser Stelle fertig ist. Die Recherchen für diese Tafel sind derzeit noch nicht abgeschlossen.