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Wie der Konflikt gelöst werden könnte

Die Lage in der krisengeschüttelten Ukraine ist verfahren. Die prowestliche Führung droht prorussischen Kräften im Osten mit Gewalt. Weichen wollen die Separatisten aber nicht. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Lage in der krisengeschüttelten Ukraine ist verfahren. Die prowestliche Führung droht prorussischen Kräften im Osten mit Gewalt. Weichen wollen die Separatisten aber nicht. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Werden die Demonstranten in der Ostukraine von Russland unterstützt?

Russland weist den Vorwurf offiziell zurück, hinter der Finanzierung gewaltbereiter Kräfte zu stecken. Es gibt, anders als auf der Krim, keine Äußerungen in Moskau, dass diese Kräfte geschützt werden müssten. Allerdings warnte Moskaus Außenministerium vor Gewalt, nachdem die ukrainische Regierung eine härtere Gangart gegen die Aktivisten angekündigt hatte.

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Ist ein Vorgehen Russlandswie auf der Halbinsel Krim möglich?

Russland hält die Krim für einen Sonderfall. Präsident Putin führte für den Anschluss historische Gründe an – etwa, dass sie seit mehr als 230 Jahren Sitz der Schwarzmeerflotte ist. Im Süden und Osten der Ukraine gibt es keine Mehrheit für eine Vereinigung mit Russland. Nicht zuletzt dürften die wirtschaftlichen Kosten für Russland zu hoch sein – nicht nur wegen drohender Sanktionen.

Trotzdem wird von Kriegsgefahr geredet. Wie groß ist die?

Mit Sorge sieht Russland die Nato-Ankündigung, im Osten die Militärpräsenz zu verstärken. Von russischer Seite bestehe aber keine Gefahr, betont das Außenamt in Moskau. Auch Putin hatte beteuert, dass es keine Einmarschpläne gebe. Allerdings warnen alle Seiten vor einem Bürgerkrieg, sollte sich die Lage zwischen der prowestlichen Führung und den prorussischen Kräften zuspitzen.

Welche Interessen haben Russlandund der Westen in dem Konflikt?

Der Westen will mit Demokratie- und Wirtschaftsreformen, Milliardenhilfen und der Präsidentenwahl am 25. Mai Stabilität erreichen. Russland will eine politisch neutrale Ukraine und Garantien, dass das Land kein Mitglied der Nato wird. Moskau schlägt zudem eine Föderation mit weitgehenden Autonomierechten in den Regionen vor. Die Ukraine befürchtet jedoch den Zerfall, sollten die Gebiete künftig über ihr Schicksal selbst bestimmen.

Wie könnte eine Lösungdes Konflikts aussehen?

Am liebsten würde Russland sich wohl mit dem Westen an einen Tisch setzen und über eine Aufteilung der Ukraine verhandeln. Das ist aber unrealistisch. Allerdings hat der Westen selbst eingeräumt, dass es eine Lösung ohne Russland am Ende nicht geben könne. Moskau könnte dafür einen Blockfreien-Status der Ukraine und eine Anerkennung der Krim als Teil Russlands verlangen. Klar ist im Augenblick nur, dass es keine rasche Lösung in dem Konflikt geben wird. (dpa)