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Bischofswerda

Wie der Markt im Winter blühen könnte

Braune Erdhaufen in grauen Kübeln – so trist präsentiert sich die Stadt in der kalten Jahreszeit. Stadträte haben eine Idee, wie sich das ändern lässt.

So schön blüht es auf dem Altmarkt im Herbst. Eine Winterbepflanzung scheiterte bisher am Geld. Stadträte denken über Wege nach, das Problem zu lösen.
So schön blüht es auf dem Altmarkt im Herbst. Eine Winterbepflanzung scheiterte bisher am Geld. Stadträte denken über Wege nach, das Problem zu lösen. © Steffen Unger

Bischofswerda. Paten willkommen! In diesem Fall geht es um das Bischofswerdaer Stadtbild, konkret um den Altmarkt im Winter. Viele ärgern sich seit langem darüber, dass die Blumenkübel, die vom Frühjahr bis zum Herbst wunderbar bepflanzt und gepflegt werden, im Winter ratzekahl sind. Die SZ griff das Thema im März dieses Jahres auf und berichtete unter der Schlagzeile „Was Bischofswerda von Radeberg lernen kann“, wie es in der Nachbarstadt seit Jahren läuft. Dort sind die Pflanzkübel auch im Winter grün – dank einer Dauerbepflanzung mit niedrig wachsenden Sträuchern, die je nach Saison um blühende Einjahrespflanzen ergänzt werden.

So schön wie in Radeberg könnte es ab kommendem Jahr auch in Bischofswerda aussehen. Das meint die gemeinsame Stadtratsfraktion von Linke und SPD. Sie stellte jetzt den Antrag, die Bepflanzung in Trägerschaft von ansässigen Firmen, Geschäften und Familien zu geben. Die Paten sollten dem Vorschlag zufolge für eine Ganzjahresbepflanzung der Blumenkübel auf dem Altmarkt sorgen, damit diese auch im Winter ein Blickfang sind. Im Gegenzug könnten sie mit einem Namensschild an „ihrem“ Blumenkübel gewürdigt werden. Zu klären wäre aus Sicht der Fraktion, ob eine solche Patenschaft für ein oder mehrere Jahre übernommen wird. Natürlich soll dabei nicht jeder seins machen und mit Harke, Pflanzschaufel und Gießkanne losziehen. Denn das einheitliche Bild des Marktes soll erhalten bleiben. Es geht vielmehr ums Sponsoring. „Die gemeinsame Planung und Durchführung der Bepflanzung mit erfahrenen Gartenbaubetrieben unserer Stadt ist dabei ausdrücklich erwünscht“, schreibt die Stadtratsfraktion in ihrem Antrag.

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Den Anstoß für diese Initiative gab die neue Stadträtin Ute Langer-Elmoukeffes (Die Linke). Schon vor einigen Jahren brachte sie von einer Reise eine tolle Idee mit nach Bischofswerda, die eine hervorragende Resonanz fand: das Schmücken von Weihnachtsbäumen vor Geschäften durch Kinder. Durch Patenschaften für die Altmarktbepflanzung würde nicht nur das Stadtbild ganzjährig aufgewertet. Auch die Verbundenheit von Bischofswerdaer Bürgern, Geschäftsleuten und Unternehmern mit „den ästhetischen Belangen in unserer Stadt“ könnte gestärkt werden, heißt es in dem Fraktionsantrag weiter.

Sponsoring kann helfen

Dieser könnte nun eine Brücke schlagen, ein Problem zu lösen. Bei den Recherchen der SZ im März zeigte man sich im Bischofswerdaer Rathaus aufgeschlossen für den Wunsch nach mehr Grün auch im Winter. „Der zuständige Bauhof-Mitarbeiter hatte auch bereits den Wunsch geäußert, so etwas gern machen zu wollen. Dagegen sprachen bisher immer finanzielle Zwänge“, sagte damals Rathaus-Sprecher Sascha Hache. Für die Beschaffung von Pflanzen aller Art hat die Stadt in diesem Jahr 2 000 Euro eingeplant. Die Herbst- und Winterbepflanzung auf dem Markt würde sie rund 1 000 Euro zusätzlich kosten. Hinzu kommen etwa 40 Arbeitsstunden für die Pflege durch den Bauhof .

Sponsoring, wie jetzt vorgeschlagen, könnte ein Weg sein, die Finanzlücke zu schließen. Völlig neu ist dieser Vorschlag nicht. So regte Robert Geburek, Vorsitzender der Stadtratsfraktion Bürger für Bischofswerda (BfB), schon vor Jahren ehrenamtliche Pflegepatenschaften für Parks und Denkmale in der Stadt an. Dieser Vorschlag, der bisher noch nicht realisiert wurde, ließe sich auf die Blumenkübel erweitern. BfB organisiert bereits seit Jahren den Frühjahrsputz in Bischofswerda.