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Wie der Plossen entlastet werden soll

Die Stadt will bis zum Ausbau schwere Lkw verbannen und denkt über eine neue Umfahrung nach.

Von Marcus Herrmann

Der Garten ruft

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Meißen. Der baulich schlechte Zustand des Plossenanstiegs/S 177 beschäftigt die Stadt weiter. Im Bauausschuss am Mittwochabend standen deshalb zwei wichtige Punkte auf dem Programm, wie der Verkehr bis zum grundlegenden Ausbau durch Meißen rollen bzw. wie die Staatsstraße nachhaltig entlastet werden könnte. Zunächst sollten die acht anwesenden Mitglieder beschließen, dass Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht den Plossen grundsätzlich nicht mehr befahren dürfen.

Als Grund wurde angeführt, dass die Plossenkurve wegen ihres Verlaufs, der Breite und dem löchrigen Asphalt für große Lkw ungeeignet sei. In diesem Zusammenhang machte Bürgermeister Markus Renner darauf aufmerksam, dass es sich lediglich um eine grundsätzliche Willensbekundung des Ausschusses und einen Auftrag an die Verwaltung handele. Einigkeit bestehe, dass Lkw immer wieder mehr als die gesamte Straßenbreite benutzen, dabei häufig auf den gegenüberliegenden Fußweg ausweichen und besonders im Winter oft steckenbleiben.

Viele der brenzligen Situationen, bei denen Lkw nicht weiter kommen und Staus in Richtung Wilsdruff entstehen, würden polizeilich nicht erfasst, stellten aber dennoch eine verkehrstechnische Belastung für die Stadt dar. Die bisherigen Maßnahmen der Stadt – die Verkehrszeichen „scharfe Kurve“ sowie „Lkw 2. Gang benutzen“ – sowie der Verbot von Gefahrstofftransporten reichten nicht aus. Nach Meinung Nico Rieflings (CDU), würden durch den Beschluss ortsansässige Unternehmen benachteiligt, außerdem der öffentliche Nahverkehr, da Busse meist schwerer als 7,5 Tonnen seien.

Andere Mitglieder äußerten Bedenken, dass es Klagen gegen die Begrenzung durch Nutzer der Strecke geben könnte. Aussichtsreicher seien Begrenzungen von fünf Tonnen pro Achse oder für Lkw mit über 20 Tonnen Gesamtgewicht. Auf die 20-Tonnen-Variante einigte sich letztlich der Bauausschuss einstimmig. Dies werde nun an den Baulastträger, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, weitergetragen.

Darüber hinaus ging es am Mittwoch um eine mögliche Entlastung der Staatsstraße über den Plossen. Stadtrat Wolfgang Tücks (ULM) hatte die Variante einer Verbindungsstrecke zwischen B 6 und S 177 ins Spiel gebracht. Demnach könnte eine Trasse über den Bereich der Bockwener Telle bis zur Einmündung B6 über den Küchengrund baulich realisiert werden, sich der Verkehr besser verteilen.

Laut Baubürgermeister Steffen Wackwitz könnten von der Variante auch die Einwohner aus dem raum Klipphausen profitieren, die Ortsdurchfahrt Meißen besser nutzen. Hinzu komme die Entlastung des Neumarkts und des gesamten Triebischtals. Die Straße soll insgesamt eineinhalb bis zwei Kilometer lang sein. „Da ein Teil der Strecke durch Landschaftsschutzgebiet führt, wäre das Genehmigungsverfahren nicht einfach“, erklärte Stadtplanerin Katrin Diersche. Dennoch stimmte der Bauausschuss letztlich einstimmig dafür, den Ausbau ernsthaft zu prüfen.