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Wie die Beatles das Kulturhaus verzaubern

Musik-Projekt aus dem Gimmlitztal feiert Premiere in Pretzschendorf. Für einen guten Zweck.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

Pretzschendorf. Mit seinem Klavier gibt Friedemann Röber den Ton an. Er hebt den Taktstock in die Luft „und Achtung“. Gleichzeitig setzen die Chorlauten ein: „Hello Goodbye, Hello Goodbye, Hello Goodbye“. Und noch einmal von vorne. Seit Ende Januar proben die Sänger die großen Beatles-Hits, die der Pretzschendorfer Chor am 11. März im Kulturhaus singen wird. Mit Bands und Musikern aus der Region bringen sie die beiden Beatles-Alben „Yellow Submarine“ und „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ auf die Bühne. Auch große Hits wie „Yesterday“, „Imagine“, „Hey Jude“ dürfen nicht fehlen. Etwa 35 Musiker und Sänger kommen für das musikalische Projekt zusammen. Neben „Sunday Brass“, einem Zweig der Feuerwehrkapelle Pretzschendorf, sind zwei Bands dabei: Die „Nautics“, die sich 1966 als Schulband der Erweiterten Oberschule Geschwister Scholl in Freiberg gegründet haben, und „Hardholz“, eine Band aus dem Gimmlitztal.

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Die Tontechnik übernimmt Dieter Popp von der Illingmühle im Gimmlitztal. Er und Friedemann Röber kennen sich schon seit drei Jahren. „Ich habe damals ein ähnliches Projekt gemacht“, erklärt Dieter Popp. Mit befreundeten Musikern intonierte er das Beatles-Album „Magical Mystery Tour“ als magische Gimmlitztal-Tour – eine echte Herausforderung. „Diese Platte haben die Beatles nie live aufgeführt, weil so viele Musiker mitgemacht haben, dass sie ein ganzes Orchester gebraucht hätten“, erklärt Dieter Popp. Doch davon wollte er sich nicht abschrecken lassen. „Wir haben gesagt, das machen wir jetzt mal live mit allen Instrumenten.“ Dafür baute er sogar extra eine Drehorgel, die auch in Pretzschendorf zum Einsatz kommen wird. Dieter Popp, der selbst Bassgitarre spielt, konnte viele Musiker aus dem Freundes- und Bekanntenkreis für sein Großprojekt gewinnen. Gesucht wurde aber noch jemand, der das Ganze als musikalischer Leiter dirigiert. Über mehrere Ecken kam schließlich der Kontakt zu dem freischaffenden Chorleiter Friedemann Röber zustande. Auch vergangenes Jahr, als vor dem Mühlentag die beiden Beatles-Alben „Yellow Submarine“ und „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ im Gimmlitztal erklangen, war Friedemann Röber als Dirigent dabei.

„Das alles einzuüben, war so ein Aufwand, dass klar war, für einmal ist es zuviel“, erklärt Friedemann Röber. „Nun sind alle guten Dinge drei.“ Ihr Beatles-Projekt ins Kulturhaus nach Pretzschendorf zu holen, war für beide naheliegend, zumal ihnen der Erhalt des mehr als hundert Jahre alten Gebäudes sehr am Herzen liegt. „Das Kulturhaus bietet räumlich so viele Möglichkeiten“, schwärmt Dieter Popp. Auch sei noch viel von dem Charme vergangener Tage erhalten. „Dass es abgerissen werden könnte, nur weil man es gerade nicht bezahlen kann, ist ein Frevel.“ Gemeinsam wollen sie deshalb versuchen, so viele Veranstaltungen wie möglich ins Kulturhaus zu holen und so Spenden für dessen Instandhaltung zu sammeln. Bereits das Konzert Ende Dezember, bei dem die Flüchtlinge aus der Unterkunft in Klingenberg unter der Leitung von Friedemann Röber gesungen haben, fand zugunsten des Kulturhauses statt. Auch hier übernahm Dieter Popp die Tontechnik. „Wir hoffen, damit etwas beizutragen.“

Das Konzert findet am Sonntag, 11. März, um 18 Uhr im Kulturhaus in Pretzschendorf statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden für das Kulturhaus wird gebeten.