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Görlitz

Wie die Commerzbank Görlitz stärkt

Alle Zweigstellen im Landkreis werden jetzt von hier aus geleitet. Geschlossen wird aber keine der drei Filialen.

Filiale der Commerzbank in der Berliner Straße in Görlitz © Archiv / Pawel Sosnowski

Auch unter den Mitarbeitern der Görlitzer Commerzbank-Filiale ist derzeit das Thema Nummer eins: Kommt die große Bankenfusion mit der Deutschen Bank? Seit beide Kredithäuser miteinander über ein Zusammengehen sprechen, spielt das Thema unter Kollegen eine Rolle. Müssen wegen der Fusion demnächst vielleicht Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden? 

Der Görlitzer Commerzbank-Filialleiter Torsten Fröde mahnt zur Gelassenheit und verweist darauf, wie die Commerzbank ihre Filialen im Landkreis Görlitz umstrukturiert hat. Görlitz, Löbau und Zittau bilden einen Marktbereich, der zentral von Görlitz aus geleitet wird. Aber alle drei Filialen bleiben erhalten, auch Entlassungen sind kein Thema.

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In Görlitz beraten neun Mitarbeiter die Privatkunden, in Löbau vier und in Zittau drei. Für Unternehmenskunden mit einem Umsatz von bis zu 15 Millionen Euro stehen nochmals drei Berater zur Verfügung, für größere Unternehmen hat die Commerzbank die Firmenkundenbank; zwei Spezialisten für Kredite und Wertpapiere sowie zwei für Versicherungen kommen ebenso noch hinzu. „Für uns ist es wichtig, in der Fläche präsent zu bleiben“, sagt Fröde, der die Görlitzer Filiale bereits seit Jahren leitet.

Und die Zahlen geben der Commerzbank recht. In Görlitz hat sie im vergangenen Jahr Kunden hinzugewonnen und mehr Kredite ausgereicht. So stieg die Zahl der Privatkunden um 200 auf nun knapp 11 000. Das kostenlose Girokonto, das die Commerzbank als eines der ganz wenigen Institute noch anbietet, ist hierfür der wichtigste Grund. 

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Doch beim Anlegen bleiben die Kunden vorsichtig – und vergeben sich damit Chancen für eine höhere Rendite. Rund 92 Millionen Euro liegen Fröde zufolge unverzinst auf Konten. „Und der Hang zum Sparbuch hält unverändert an“, erklärt er. Das deckt sich mit Umfragen, denen zufolge 43 Prozent der Sachsen am Sparbuch festhalten, obwohl dort kaum noch Zinsen zu holen sind. Für Fröde steht daher fest: „Wer Vermögen langfristig erhalten will, muss auch 2019 anlegen oder investieren, anstatt zu sparen.“ Immobilien, Investmentfonds, Bausparen bieten sich dafür an. Das vorsichtige Anlegerverhalten unterstützt haben die großen Schwankungen an den Börsen, vor allem gegen Ende des Vorjahres. Trotzdem haben die Kunden der Commerzbank 2,3 Millionen Euro in Wertpapieren angelegt, das Meiste beim Kooperationspartner Allianz in Schatzbriefen.

Aber auch das Kreditgeschäft lief solide im vergangenen Jahr. 2,4 Millionen Euro wurden als Ratenkredite vergeben. Oftmals im digitalen Geschäft. Denn die Commerzbank hat beispielsweise für einen Autokredit die Hürden nochmals verringert, so dass innerhalb von Minuten eine Zusage oder Ablehnung vorliegt. Fröde stellt durchaus eine „Konsumfreude“ fest. Auch Modernisierungskredite für Immobilien gibt es bei der Commerzbank bis 80 000 Euro bereits ohne Grundbuch-Eintrag. Vier Millionen Euro flossen in die Sanierung oder den Neubau von Immobilien im vergangenen Jahr. Insgesamt hielt die Görlitzer Commerzbank Ende vergangenen Jahres Kredite in Höhe von 36,5 Millionen Euro.

Und auch wenn das Bankgeschäft digitaler wird, Kredite in der Onlineberatung zugesagt werden, das Onlinebanking wächst, ist sich Torsten Fröde sicher: „Unsere Kunden wollen auf Filialen nicht verzichten. Und wir wollen das auch nicht.“

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