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Wie die Kanzlerin jetzt arbeitet

In der Corona-Krise hat Angela Merkel die Vorzüge von Videokonferenzen zu schätzen gelernt. Zuerst mochte sie die nicht. Aber es gibt etwas, dass sie sehr vermisst.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (r) und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern und Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, sprechen während einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder über Schutzmaßnahmen der Bevölkerung
Bundeskanzlerin Angela Merkel (r) und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern und Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, sprechen während einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder über Schutzmaßnahmen der Bevölkerung © Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der Corona-Krise die Vorzüge von Videokonferenzen zu schätzen gelernt. Am meisten vermisse sie dagegen spontane Begegnungen. "Dass man immer gucken muss, wie verhalte ich mich jetzt, also diese Spontaneität in Begegnungen mit anderen Menschen, die vermisse ich am meisten", sagte die CDU-Politikerin am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin.

"Was natürlich eine vollkommen neue Entdeckung ist, das ist das Thema der Videokonferenzen, wo ich sagen muss, dass das sehr viel besser geht, als ich mir das habe vorstellen können", sagte Merkel zugleich. Videokonferenzen mit sehr großen Gruppen seien statischer. 

"Aber Videokonferenzen mit Gruppen von 10 bis 15 Menschen sind sehr intensiv und zum Teil gar nicht schlechter, wenn man sich ab und an mal sieht oder wenn man sich gut kennt - gar nicht mal schlechter, als wenn man eine längere Reise macht oder alle anderen anreisen lässt", sagte Merkel. Unzulänglich seien Videokonferenzen, um ganz neue Dinge zu besprechen mit einem Bedarf an unterschiedlichen Einzel- und Gruppen-Gesprächen.

Reisen wäre auch mal wieder schön

"Videokonferenzen haben auch den Nachteil, dass man nicht weiß, wer alles zuhört", sagte Merkel. Das sei in geschlossenen Räumen besser kalkulierbar. "Aber durch Videokonferenzen kann man auch seinen Tag mit einer sehr hohen Dichte an Aktivitäten füllen." Man müsse sich ja so vorbereiten, wie auf jeden anderen Gesprächstermin.

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Teils vermisst die Kanzlerin in der Corona-Krise aber das Reisen. Sonst falle sehr viel Reisezeit an. "Das ist jetzt nicht der Fall, das ist ja nicht immer die produktivste Zeit. Auf der anderen Seite vermisse ich das schon ein bisschen, dass man jetzt doch sehr wenig rauskommt."

Mehr Muße hat Merkel aber nach eigenen Worten nicht. "Dass jetzt so sehr viel Zeit bleibt, um tagelang grundsätzlich nachzudenken, dicke Bücher zu lesen und irgendwie über die Welt von übermorgen nachzudenken, das kann ich noch nicht bestätigen." (dpa)