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Löbau

Wie die Kirche familienfreundlicher wird

Der Kirchenbezirk Löbau-Zittau hat dazu Ideen erarbeitet - und als erster das neue evangelische Gütesiegel erhalten.

Die "Applaudino"-Kinder mit  Tobias Richter (4. v. l.) und Michael Eichhorn (3. v. l.) sowie Ministerin Franziska Giffey (r.) und Maria Loheide (5. v. l.) von der Diakonie Deutschland
Die "Applaudino"-Kinder mit Tobias Richter (4. v. l.) und Michael Eichhorn (3. v. l.) sowie Ministerin Franziska Giffey (r.) und Maria Loheide (5. v. l.) von der Diakonie Deutschland © Franziska Woellert

Ein Foto mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) haben die Mädchen und Jungs vom Kinder- und Jugendzirkus Applaudino am Ende noch gemacht. Und die bedankte sich bei jedem persönlich. Schließlich unterhielten sie die Politikerin, wie auch Heinrich Bedford-Strohm von der Evangelischen Kirche (EKD) und Maria Loheide von der Diakonie den Tag über mit Akrobatik, Seilartistik und Jonglage. 

Anlass war ein Festakt in Berlin, um erstmals das Gütesiegel für Familienorientierung zu verleihen. Neben den Kindern dabei: Vertreter aus dem Kirchenbezirk Löbau-Zittau, der als einer von zwölf kirchlichen und diakonischen Einrichtungen das Zertifikat erhielt. Seit anderthalb Jahren hat dafür eine Projektgruppe unter Einbezug der Mitarbeiter 19 Ideen erarbeitet. Unter anderem soll es Angebote zur spirituellen Stärkung, Kinderbetreuung bei ephoralen Veranstaltungen sowie ein Sportangebot geben. Außerdem ist ein jährlicher "Fachtag Familie" für haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitende geplant.

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Auditorin Gabriele Oehme prüfte im Mai dieses Jahres alle Maßnahmen vor Ort und sprach ihre Empfehlung aus, den Kirchenbezirk zu zertifizieren. In drei Jahren findet die erste Rezertifizierung statt. Bis dahin müssen die jetzt begonnenen Maßnahmen vollständig umgesetzt und neu entwickelt werden.

Von links: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (EKD-Ratsvorsitzender), Franziska Giffey (Bundesfamilienministerin), Antje Pech (Superintendentin), Christian Kühne (Kirchenmusikdirektor), Maria Loheide (Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland)
Von links: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (EKD-Ratsvorsitzender), Franziska Giffey (Bundesfamilienministerin), Antje Pech (Superintendentin), Christian Kühne (Kirchenmusikdirektor), Maria Loheide (Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland) © Franziska Woellert

Familienfreundliche Arbeits- und Lebensbedingungen sind vom christlichen Menschenbild her geboten und für einen kirchlichen Arbeitgeber selbstverständlich. Doch noch immer sei es eine Zukunftsfrage, wie es besser gelinge, dass Frauen und Männer sowohl eine ambitionierte Berufstätigkeit ausüben können als auch über genügend Zeit und Flexibilität verfügen, um gleichzeitig für Kinder und Angehörige zu sorgen, sagt EKD-Ratsvorsitzender und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. "Die Erwerbsarbeitswelt steht vor der Aufgabe, sich auf grundlegend veränderte Bedingungen einzustellen." Betriebe und Einrichtungen müssten den Blick dafür weiten, dass Menschen heute im Normalfall sowohl Erwerbs- als auch Sorgearbeit leisten und die nachteilsfreie Verbindung ermöglichen.

"Wichtig ist uns, uns nicht nur politisch für die Stärkung von Familien und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzusetzen, sondern dies auch in unserer Rolle als Arbeitgeber umzusetzen", betont Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Das Gütesiegel versteht sich daher nicht nur als Auszeichnung für familienorientierte Angebote in den Einrichtungen, sondern ist auch ein strategisches Managementinstrument. "Wir sind sicher, dass davon nicht nur die Mitarbeitenden und ihre Familien, sondern auch unsere Träger, Einrichtungen und Dienste durch qualifizierte Bewerbungen, sinkende Fehlquoten und stärkere Verbundenheit profitieren", so Loheide.

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