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Wie die Laster-Falle entschärft wird

Walter Eifler schüttelt beim Gedanken an die große Bergungsaktion am Kunnersdorfer Pließnitzufer diesen Montag noch immer ein bisschen den Kopf. Das sah schon seltsam aus, als der Gabelstapler mit dem...

Von Susanne Sodan

Walter Eifler schüttelt beim Gedanken an die große Bergungsaktion am Kunnersdorfer Pließnitzufer diesen Montag noch immer ein bisschen den Kopf. Das sah schon seltsam aus, als der Gabelstapler mit dem Aufleger des Sattelzuges auf der engen Straße den Rückweg angetreten hat, erinnert sich der Anwohner des Bernstädter Ortsteiles. „Ich hatte mir gerade früh gegen 8 Uhr die Zeitung geholt, als ein Nachbar sagte, dass gerade ein Lkw bei uns vorbeigekommen ist“, erinnert sich der Mann, der ein Stückchen oberhalb der schmalen Uferstraße „Am Pließnitztal“ wohnt.

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Was dann folgte, konnte er sich denken – immerhin hat er die Szenen, die sich an gleicher Stelle vor fünf Jahren abspielten, noch gut in Erinnerung. Auch damals steckte ein Laster fest und musste mit großem Aufwand wieder aus der Engstelle befreit werden. „Am Nachmittag bin ich dann noch mal gucken gegangen, wie weit sie sind“, erzählt Eifler. Abgesehen von der Polizei waren da inzwischen auch Kamerateams vor Ort, die auch Walter Eifler befragten und ihm einen Fernsehauftritt im MDR einbrachten.

So wie Anwohner Eifler ist auch das Bernstädter Rathaus aufgerüttelt vom zweiten Laster-Problem binnen fünf Jahren und will jetzt mehr tun, damit sich kein Brummi mehr auf diese kleine Kommunalstraße mehr verirrt. Ein großer Meilenstein dazu ist sogar bereits im Blick: Die Stadt will im kommenden Jahr die Baldaufbrücke ein Stück flussaufwärts versetzen, genau in die Nähe dieser engen Kurven. „Wir werden dazu ein Haus am Ufer abreißen, auch das wird ein bisschen zur Entspannung an dieser Stelle beitragen“, bestätigt Bauamtsleiter Marko Fröhlich.

Diese Veränderungen haben den Charme, dass auch die Versorgungsfahrzeuge – von Müllauto über Heizöllieferant bis zu Möbeltransporter und Feuerwehr – diese enge S-Kurve leichter passieren können. „Auch ein solcher Sattelschlepper könnte sich dann wahrscheinlich von selbst mit ein bisschen Rangieren befreien“, schätzt Fröhlich – betont aber im selben Atemzug, dass man die großen Brummis trotzdem generell nicht auf der Straße haben möchte. Solchen Belastungen und Tonnagen hielten Straße und Böschungen auf Dauer gar nicht stand.

Deshalb wird die Stadt auf alle Fälle an der Ausschilderung arbeiten. Da soll es noch in diesem Jahr Veränderungen geben, gibt sich Fröhlich optimistisch. „Wir haben an der Baldaufbrücke aus Richtung Bernstadt eine Beschränkung auf acht Tonnen, aber wer aus der anderen Richtung kommt, muss ebenfalls gewarnt werden“, betont der Bauamtsleiter. So soll auch bei den anderen Zufahrtsmöglichkeiten aus Richtung Rennersdorf schildtechnisch nachgerüstet werden. „Es muss ein Schild sein, das jeder Lasterfahrer ernst nimmt“, sagt er.

Laster auf dem Weg zu Siemens

Bis die Brückenversetzung an der Pließnitz und der damit verbundene Hausabriss ansteht, wird noch ein bisschen Zeit vergehen. „Wir reichen jetzt den Antrag für die Fördergelder ein, auch das endgültige Okay der Denkmalschutzbehörde steht noch schriftlich aus“, erläutert Marko Fröhlich. Frühestens im Mai 2019 kann die Stadt dann mit den Bauarbeiten beginnen – früher sind Arbeiten in einem Gewässer wegen der Fische nicht erlaubt.

Unterdessen rätseln die Anwohner noch immer darüber, warum der rumänische Fahrer überhaupt diesen Weg eingeschlagen hat – ungeeignetes Navi hin oder her. „Er wollte wohl nach Görlitz zu Siemens, etwas ausliefern“, berichtet Walter Eifler von dem, was er den Montag über gehört hatte. Wo genau er hergekommen ist und warum er den Umweg über Kunnersdorf genommen hat, bleibt rätselhaft.