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Wie die Neustadt leiser wird

Vergangenes Jahr wurde ein Lärmaktionsplan für die Äußere Neustadt auf den Weg gebracht. Was ist seitdem passiert?

© Sven Ellger (2), Christian Juppe

Von Sarah Herrmann

Still wird es in der Äußeren Neustadt kaum. Das raubt manchem Anwohner die Nerven. Damit es im Ausgehviertel ruhiger wird, wurde 2017 ein Lärmaktionsplan verabschiedet. Dafür hat die Stadt auch Anregungen von Bürgern eingearbeitet. Die SZ fasst zusammen, wie die Äußere Neustadt leiser werden soll und was sich bis jetzt getan hat.

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Idee 1: Tempolimits sollen eingeführt und regelmäßig kontrolliert werden

Um den Verkehrslärm zu mindern, wird gerne auf Geschwindigkeitsbegrenzungen zurückgegriffen. Auch für die Äußere Neustadt hat die Stadt einige derartige Pläne. Unter anderem gab es die Idee, das Tempolimit auf dem Bischofsweg zwischen Königsbrücker und Görlitzer Straße auf 30 Stundenkilometer zurückzusetzen. Gleiches ist auf der Bautzner Straße zwischen Rothenburger und Prießnitzstraße angedacht. In beiden Fällen hat die Stadt Lärm-Berechnungen beim Umweltamt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse müssen noch ausgewertet werden. Die Geschwindigkeit auf einigen Straßen herunterzusetzen, ist das eine. Doch nur, wenn Raser regelmäßig zur Kasse gebeten werden, halten sich die Autofahrer an die Limits.

Deswegen soll in der Äußeren Neustadt vermehrt kontrolliert werden. Von September 2017 bis Februar dieses Jahres wurden bereits einige Messungen gemacht. Bei 18 Kontrollen auf sieben Straßen wurden 13 663 Pkws gezählt. 1 171 Fahrer haben sich dabei nicht an die Geschwindigkeit gehalten. Der Blitzer auf der Bautzner Straße auf Höhe der Löwenstraße hat zudem im gleichen Zeitraum fast 1 000 Raser erfasst.

Idee 2: Neustädter Straßen sollen saniert werden

Auf der Martin-Luther- und der Pulsnitzer Straße ist das alte Kopfsteinpflaster erst kürzlich glattem Asphalt gewichen. Auch der ebene Straßenbelag soll dabei helfen, den Lärm im Gebiet einzudämmen. Noch gibt es allerdings einige Schlaglochpisten, die Autos zum Rumpeln bringen. Das soll sich aber bald ändern. So ist die Sanierung der Tannenstraße zwischen Königsbrücker und Hans-Oster-Straße in Planung.

Bereits seit Jahren wird auch über den Ausbau der Königsbrücker Straße sowie der Stauffenbergallee gesprochen. Hier werden die Unterlagen demnächst bei der Genehmigungsbehörde eingereicht. Baustart für die Königsbrücker Straße ist frühestens 2020, für die Stauffenbergallee gibt es noch keinen Termin.

Idee 3: Eine dichtere Bebauung soll den Lärm fernhalten

Damit der Verkehrslärm vor allem von den Hinterhöfen ferngehalten werden kann, will die Stadt das Schließen von Baulücken fördern. Seitdem der Lärmaktionsplan beschlossen wurde, hat die Verwaltung bereits zwei Baugenehmigungen für Baulücken auf der Bautzner Straße erteilt. Eine davon für das Projekt Pfunds Höfe. Neben der berühmten Molkerei sollen 95 Wohnungen sowie Gewerbeflächen entstehen. Als ein Hauptmieter wurde bereits die Bio-Kette Alnatura verkündet. Sie nimmt mit einer Filiale von 750 Quadratmetern einen Großteil der zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen ein. Das Unternehmen Pfunds Höfe GmbH und Co. KG investiert in das Projekt rund 35 Millionen Euro. An dieser Summe scheiterte ein anderes Projekt bereits. So sollte auf der Brache eigentlich ein Gebäude nach den Plänen des Künstlers Friedensreich Hundertwasser errichtet werden. Der Investor hatte sich allerdings finanziell übernommen. Nun wird die Baulücke doch noch geschlossen. Sie ist eine der letzten in der Äußeren Neustadt. Deswegen ist das Potenzial dieser Idee der Stadtverwaltung begrenzt. Für die Häuser in erster Reihe bringt sie zudem keinerlei Vorteile.

Idee 4: Stadt will die Elektromobilität im Viertel fördern

Elektroautos machen keinen Lärm. Doch werden sie in Dresden bisher selten genutzt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geht zwar mit gutem Beispiel voran. Doch für viele sind die geringe Reichweite und die bisher schlechte Infrastruktur ein Manko. Die Elektromobilität zu fördern, ist ein weiteres Ziel der Landeshauptstadt. In der Äußeren Neustadt gibt es bislang fünf Ladestationen für Elektroautos. Zuletzt wurde im September vergangenen Jahres ein sogenannter Schnell-Lader mit 50 Kilowatt am Bahnhof Neustadt aufgestellt und in Betrieb genommen. Auch an der Martin-Luther-Straße ist ein Angebot geplant. Zudem wollen die Stadtwerke Drewag einen weiteren Schnellader im Gebiet aufstellen, Fördermittel wurden beantragt.