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Wie Eberhard in Mittelsachsen wütete

Polizei, Feuerwehren und Techniker im Dauereinsatz: Der Sturm entwurzelte Bäume, zerriss Leitungen und fegte Dächer weg.

An der Möbel-SB-Halle an der Mastener Straße riss Sturmtief Eberhard einen Vorbau weg. Die Mitarbeiter mussten diesen Bereich notsichern. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Sturmtief Eberhard hat in der Region Döbeln für eine schlaflose Nacht, zahlreiche Einsätze der Hilfskräfte, Stromausfälle, und für langwierige Folgen im Zugverkehr gesorgt. An einigen Gebäuden hat der Sturm ganze Arbeit geleistet.

Die Feuerwehren in der Region waren bis in die Morgenstunden am Montag gegen zwei Uhr fast pausenlos im Einsatz. 60 Döbelner Kameraden hatten sich vorausblickend bereits am Sonntagabend in der Feuerwache versammelt, auch die Waldheimer Feuerwehrleute hielten sich in Bereitschaft, um schnell ausrücken zu können, falls etwas passiert. Darauf mussten sie nicht lange warten.

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Den Vorbau und den Ausstellungsbereich der Döbelner SB-Möbel-Halle an der Mastener Straße hat der Sturm weggerissen und zum Einsturz gebracht. Die Mitarbeiter mussten den Bereich notsichern. In diesem Vorbau wollte das Unternehmen in zwei Wochen eigentlich zu einer Frühlingsmesse einladen. 

Die Mitarbeiter des Stromversorgers hatten alle Hände voll zu tun, abgerissene Leitungen zu reparieren. Tausende Haushalte waren ohne Strom.   © Dietmar Thomas

Auf dem Parkplatz des Waldheimer Kaufland-Marktes konnte ein Unterstand für die Einkaufswagen der Macht des Windes nicht standhalten, wie Heike Bradatsch von der Unternehmenskommunikation der Kaufland Stiftung bestätigte. „Durch den Sturm wurden Dach und Wände eines Einkaufswagen-Unterstandes beschädigt. Um die Schäden zu beseitigen, haben wir am Vormittag kurzfristig eine der vier Autospuren auf dem Parkplatz gesperrt“, erläuterte sie. Mittlerweile seien wieder alle Spuren befahrbar. Die Einkaufswagenbox soll zeitnah durch eine neue ersetzt werden.

Im Stadtwäldchen an der B 175 in Hartha hat Eberhard noch einmal „reingehauen“. „Dort sieht es noch um einiges schlimmer aus als in der vergangenen Woche“, sagte Harthas Wehrleiter René Greif. Weil mehrere Bäume umgestürzt waren, musste das Wäldchen gesperrt werden. Das war schon durch Sturm Herwart und Orkan Friederike arg in Mitleidenschaft gezogen.

Wie Kreissprecher André Kaiser berichtete, waren die Mitarbeiter der Straßenmeistereien am Montag damit beschäftigt, auf zahlreichen Straßen die Folgen des Sturms zu beseitigen. „Alle sechs Meistereien waren mehrere Stunden im Einsatz, parallel wurden noch weitere Schäden aufgenommen“, so Dirk Schlimper vom Referat Straßenbetriebsdienst und Bauwerksverwaltung.

Einige Verbindungen mussten wegen Baumbruchs bis auf Weiteres gesperrt bleiben. Mit ihrer Technik kamen die Straßenwärter an Grenzen, erklärte Schlimper. Einige Abschnitte werden deshalb durch private Waldbesitzer beräumt. Im Laufe des Tages konnten die meisten betroffenen Kreissstraßen, wie beispielsweise die zwischen Wendishain und Paudritzsch, wieder für den Verkehr geöffnet werden.

Kurzfristige, beziehungsweise kurzzeitige Sperrungen zur Beräumung erfolgten beispielsweise auf der Kreisstraße zwischen Paudritzsch und Leisnig. Beräumt werden mussten auch die Straßen zwischen Tanneberg und Kriebstein sowie zwischen Rudelsdorf und Massanei.

In der Sturmnacht waren im Landkreis Mittelsachsen etwa 10.000 Haushalte ohne Strom. Wie Evelyn Zaruba, Pressesprecherin der EnviaM, mitteilte, waren am Montag noch immer etwa 800 Kunden im Bereich Ostrau/Merschwitz ohne Strom. „Unsere Techniker haben bereits in der Nacht an der Schadensbeseitigung gearbeitet und teilweise Leitungen umgeschaltet. Sie waren den ganzen Tag über unterwegs, um Reparaturen abzuarbeiten und alle Kunden wieder mit Strom zu versorgen“, berichtete sie weiter.

Die Ursachen für die Stromausfälle waren vor allem Bäume, die in Leitungen gestürzt waren. Wegen des Stromausfalls blieb im Harthaer m Ortsteil Gersdorf die Kita Krümelburg geschlossen.

Im Harthaer Stadtwäldchen ist der Schaden nun noch größer, als ohnehin schon nach Herwart, Friedrike und dem Sturm letzte Woche.   © Dietmar Thomas

Wie ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn informierte, waren noch am Montag zahlreiche Strecken wegen umgestürzter Bäume im Gleis gesperrt. Betroffen war auch die Linie RB 110 zwischen Leipzig und Beucha. Es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Mindestens bis Montagnacht blieb die Strecke dicht.

Auch die Sperrung der Linie RB 45 zwischen Waldheim und Mittweida musste bis auf weiteres bestehen bleiben. Der Busnotverkehr konnte erst am Montagnachmittag eingerichtet werden.

„In der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) in Chemnitz gingen aus dem Landkreis Mittelsachsen 252 Notrufe ein“, berichtete Tommy van Doorn, Mitarbeiter der Pressestelle der Stadt Chemnitz. Umgestürzte Bäume, Bäume in Stromleitungen, Bäume, die umzustürzen drohten und teilweise abgedeckte Dächer wurde gemeldet.

„Anfänglich waren insgesamt 15 Mitarbeiter in der IRLS im Einsatz. Aufgrund der hohen Anzahl an Notrufen wurde deren Zahl während des Sturms um fünf Mitarbeiter auf 20 erweitert“, so van Doorn weiter. Schwierigkeiten habe es im Benachrichtigungsablauf laut Pressesprecher keine gegeben.

„Auch Verkehrsunfälle mit und ohne Personenschäden waren dem Sturmtief zuzurechnen“, so Polizeipressesprecherin Daniela König. So fiel am Sonntagabend in Roßwein auf der Döbelner Straße ein großer Ast auf die Windschutzscheibe eines fahrenden VW. Dadurch entstand Sachschaden in Höhe von etwa 12.000 Euro. Verletzt wurde der 31-jährige Fahrer dabei nicht. (DA/sig/fk/cr/jh)