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Dresden

Wie erinnern wir an den 13. Februar?

Eine Veranstaltungsreihe von SZ, Asisi-Panometer und "Memorare Pacem" fragt nach der Zukunft des Gedenkens in Dresden.

Der Architekt Yadegar Asisi im Panometer mit dem Panorama des 14. Februar 1945. Am Donnerstag wird dort eine Ausstellung eröffnet über den Wandel des Dresdner Stadt- und Selbstbildes seit 1945.
Der Architekt Yadegar Asisi im Panometer mit dem Panorama des 14. Februar 1945. Am Donnerstag wird dort eine Ausstellung eröffnet über den Wandel des Dresdner Stadt- und Selbstbildes seit 1945. © Wolfgang Wittchen

Die Erinnerungen und das Gedenken an die Luftangriffe auf Dresden vom 13. und 14. Februar 1945 sind so unterschiedlich wie die Menschen, die daran erinnern und gedenken. Zeitzeugen erinnern sich anders als Nachgeborene, jüngere Menschen gedenken oft anders als ältere. Sie setzen dabei Schwerpunkte, die ihren eigenen Gefühlen und Gedanken an den 13. Februar und an die Gegenwart entsprechen. So unterliegen auch die Formen des Erinnerns ständigen Veränderungen.

Mit der Veranstaltungsreihe „Dresden im Februar“ widmen sich Sächsische Zeitung, Sächsische.de, das Asisi-Panometer und der Verein „Memorare Pacem“ (den Frieden erinnern) der Frage: Wie vielfältig ist das Gedenken inzwischen geworden, und welche neuen Formen werden sich zu den schon bestehenden Traditionen des Gedenkens gesellen?

Erinnern mit Zukunft

Den Auftakt markiert die Ausstellung „Erinnern mit Zukunft?“ in der Centrum Galerie. Sie zeichnet die Geschichte des öffentlichen Erinnerns an die Angriffe von 1945 bis heute nach. Am Freitag um 19 Uhr eröffnet im Panometer Reick die Ausstellung „Dresden – vier Zeiten, vier Ansichten“. Sie illustriert den Wandel des Stadtbildes seit 1945 und den damit verbundenen Wandel des Dresdner Selbstbildes. Darüber diskutiert Peter Ufer, Autor des gleichnamigen Buches, mit Dresdens Tourismusmarketing-Leiterin Corinne Miseer, dem Panometer-Schöpfer und Architekten Yadegar Asisi sowie dem Filmemacher Ernst Hirsch.

Auch die „Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der DDR“ nahm Ende der Achtziger den Jahrestag zum Anlass, um die gemeinsame Verantwortung für die Gesellschaft zu diskutieren. Kann oder sollte das „Vermächtnis des 13. Februar“ heute auch Verpflichtung sein zum Engagement für ein friedliches Miteinander in Gegenwart und Zukunft? Darum geht es in der Diskussion „Bewahrung der Schöpfung“ am 11. Februar um 19 Uhr in der Garnisonkirche St. Martin an der Stauffenbergallee.

Gleich am Folgetag wird darüber debattiert, welche Bedeutung die Bilder und Texte der Medien für die Erinnerung und das Gedenken haben und damit auch für den Ruf Dresdens. Auf dem Podium am 12. Februar um 17 Uhr in der Zentralbibliothek des Kulturpalastes sitzen Vertreter von ZDF, MDR, Deutschlandfunk und Sächsischer Zeitung.

Die Erfahrungen der Überlebenden

Doch die Träger der Erinnerung im eigentlichen Sinne sind die Überlebenden: Am 12. Februar um 14 Uhr werden ältere Menschen, die Nationalsozialismus, Krieg und Zerstörung in Dresden erlebt haben, in der Zentralbibliothek ihre Lebenserfahrungen mit Jüngeren teilen. „Soll Vergangenheit für die Zukunft bedeutsam sein, muss sie immer wieder neu auf ihre Bedeutung befragt und immer wieder neu gedeutet werden“, erläutert Matthias Neutzner vom Verein Memorare Pacem die Motivation für die Veranstaltungsreihe. „Andernfalls gerät das öffentliche Erinnern zur bedeutungsleeren Gewohnheit oder zur unbemerkten Manipulation.“

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Die Veranstaltung schließt am 14. Februar um 17 Uhr in der Zentralbibliothek mit einer Lesung von privaten Briefen und Postkarten aus den Wochen nach dem 13. Februar 1945. Zu Gast ist SZ-Literaturredakteurin Karin Großmann.

Die Veranstaltungen im Panometer:

Panometer: Derzeit ist im Dresdner Panometer das 360°-Panorama-Bild „Dresden 1945“ zu sehen.

Ausstellung: Am Freitag eröffnet die Zusatzausstellung zu Peter Ufers neuem Buch „Dresden – Vier Zeiten, Vier Ansichten“ und ist ab dann im Panometer zu sehen.

Diskussion: Ebenfalls am Freitag wird es um 19 Uhr ein Podiumsgespräch im Panometer geben, bei dem es um die Vergangenheit und Zukunft Dresdens geht. Teilnehmer werden sein: Dr. Peter Ufer, Ernst Hirsch, Yadegar Asisi sowie weitere Gäste.

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