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Wie es in der Lausitz weitergeht

Die SZ resümiert das Forum vom Donnerstag und blickt voraus: Was geschehen wird, sollte – und nicht darf.

© Rainer Weisflog

Von Tilo Berger

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Gaudi und Gaumenschmaus in Neugersdorf

Am 26. Juli ist es wieder soweit: In Neugersdorf startet der 291. Jacobimarkt, das größte Volksfest der Oberlausitz. 

Weißwasser. Das erste Lausitz-Forum ist Geschichte. Zum ersten Mal haben Vertreter von rund einem Dutzend Initiativen, Vereinen und Organisationen zusammengesessen, die sich alle mit dem Strukturwandel in der Region beschäftigen. Die rund 350 Teilnehmer sind von Weißwasser in ihre Firmen und Büros zurückgekehrt. Und nun?

25 Frauen und Männer sind während des Forums zu Wort gekommen. Das Spektrum der Meinungen reichte von „Brüssel und Berlin sollen zahlen“ bis „Lasst uns selber etwas machen“. An beiden Aussagen – und den 23 dazwischen – ist etwas dran, keine nimmt für sich in Anspruch, die einzig richtige zu sein. Was in Zukunft für die Lausitz richtig und wichtig ist, muss jetzt besprochen und angegangen werden. Mit den Menschen überall zwischen Spreewald und Zittauer Gebirge. Strukturwandel heißt nicht nur Kohle-Aus, sondern auch Digitalisierung der ganzen Wirtschaft. Die SZ fasst einige Aspekte zusammen.

Hier geht‘s zu den weiteren Beiträgen anlässlich des Lausitz-Forums: www.sz-link.de/lausitz-forum

Einschätzung der Ergebnisse

Ja! Die nächsten Schritte

Zu den greifbarsten Ergebnissen des Lausitz-Forums gehören drei Zusagen:

  • Für das Förderprogramm „Wandel durch Innovationen in der Region“ haben sich mehr als 100 Bündnisse beworben, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). 32 von ihnen werden Geld aus dem 150-Millionen-Topf bekommen, davon 23 aus Sachsen und Brandenburg. SZ-Fazit: Klingt vielversprechend.
  • Noch in diesem Jahr wird ein deutsch-polnisches Forschungsinstitut für Zukunftstechnologien in Görlitz angesiedelt. SZ-Fazit: Her damit!
  • Die Bundesregierung will eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ einsetzen. Die Lausitz beansprucht Mitspracherecht. SZ-Fazit: Ein richtiger Schritt.

Vielleicht! Das macht Hoffnung

Einige Anregungen lassen hoffen, konkret untersetzt sind sie aber noch nicht:

  • Eine Investorenkonferenz soll auswärtigen Unternehmern die Ansiedlungs- und Fördermöglichkeiten vorstellen, regt die IG Bergbau, Chemie, Energie an. SZ-Fazit: Reicht das Interesse?
  • In neuen Industrieparks soll sich die Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und Daten geschickt miteinander verzahnen, um Kosten zu sparen. Das sagte Jörg Steinbach, Präsident der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. SZ-Fazit: Klingt interessant.
  • Der Koalitionsvertrag kündigt die Elektrifizierung von Nebenstrecken an. Die Wirtschaftsinitiative Lausitz hofft auf Strom für Dresden–Görlitz und Cottbus–Görlitz. SZ-Fazit: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Niemals! Das muss sich ändern

Einige falsche Entwicklungen wurden klar benannt:

  • Die Lausitz darf nicht weiter auseinander driften. Sachsens Wirtschafts-Staatssekretär Hartmut Mangold nannte es „sehr bedauerlich, dass sich der Landkreis Bautzen aus vielen Initiativen bisher heraushält“. SZ-Fazit: Bautzen soll sich entscheiden.
  • Ein „Weiter so“ in der Außendarstellung dürfe es nicht geben, mahnte Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Die Region müsse ihre Identität klären – wofür steht der Begriff Lausitz? SZ-Fazit: Da gibt es tausend Meinungen.
  • Es hilft weder der Wirtschaft noch der Wissenschaft, wenn jeder nur seins macht statt zu kooperieren. SZ-Fazit: Wird seit Jahren gepredigt.
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