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Wie Garagendiebe die Grenzregion in Atem halten

Die Polizei hat erste Ermittlungserfolge, die Zahl der Einbrüche ist allerdings nach wie vor hoch. Das Thema hat Priorität.

Von Anja Beutler

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Bautzen. Großeinsatz gegen die Grenzkriminalität: Mit vereinten Kräften geht die Polizei in Sachsen und Tschechien derzeit gegen Garagenknacker und Autodiebe vor. Mehrere Nächte hintereinander zeigten die Beamten in der vergangenen Woche demonstrativ Präsenz. 300 Fahrzeuge und 400 Personen wurden im Grenzgebiet zwischen Großschönau und Sohland kontrolliert. Zugleich waren zivile Streifen im Hinterland im Einsatz. Zwar war die Ausbeute der Kontrollen gering. Lauf Polizeidirektion Görlitz wurden ein Verstoß gegen das Waffengesetz festegestellt und ein Fahrer ohne Führerschein erwischt. Hinzukommen vier Trunkenheitsfahrten und vier Drogendelikte. Der Polizei geht es jedoch vor allem um die abschreckende Wirkung. Bereits Anfang Februar wurden deshalb bei einer ähnlichen Aktion Hunderte Fahrzeuge und Personen kontrolliert.

Geht die Zahl der Garageneinbrüche mittlerweile zurück?
Nein – das bestätigt auch die Polizei: „Bisher ist kein Rückgang der Straftaten erkennbar“, sagt Madeleine Urban, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz. Man verzeichne ein gleichbleibendes Niveau und sei deshalb verstärkt mit Einsatzkräften in der Region unterwegs. Dazu gehörten beispielsweise auch die beiden Einsätze im Februar. Abseits dieser Großaktionen gebe es jedoch auch viele kleinere Einsätze. So sollen Diebe abgeschreckt oder gleich auf frischer Tat erwischt werden.

Welche Orte und Wertgegenstände peilen die Diebe an?
Nach wie vor zählen Ebersbach-Neugersdorf, Seifhennersdorf, Großschönau, Zittau, Sohland an der Spree und Steinigtwolmsdorf zu den Hauptzielen der Täter, bestätigt Polizeisprecherin Urban. Sie stehlen dabei besonders häufig komplette Reifensätze, Felgen, Werkzeuge, Rasenmäher, aber auch Autos, Motorräder, Mopeds und Fahrräder. Mitunter suchen sie bestimmte Garagenkomplexe auch mehrfach auf, so wie Anfang Februar in Neugersdorf, weil sie dort weitere Beute vermuten.

Wie haben sich die Fallzahlen und die Schadenssumme entwickelt?
Im Revier Zittau-Oberland registrierten die Polizisten seit August 2017 insgesamt 235 Garageneinbrüche. Hinzu kommen im Revier Bautzen weitere 31 Fälle. Besonders viele Fälle registrierte die Polizei vom 4. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018: Da zeigten Bürger im Revier Zittau Oberland allein 72 Fälle an – im Schnitt sind also zwei Garageneinbrüche pro Tag bekannt geworden. Allein in dieser Zeit summierte sich der Wert der gestohlenen Güter auf 60 873 Euro, teilte die Sprecherin mit. Hinzu kommen weitere 14 936 Euro Sachschaden.

Welche Erfolge hat die Polizei bislang zu verzeichnen?
Die Ermittler der Polizei konnten in den vergangenen Monaten nach ersten Festnahmen weitere Tatverdächtige ins Visier nehmen. Demnach stehen nun 15 tschechische Staatsbürger zwischen 20 und 48 Jahren im Fokus der Ermittlungen. Außerdem konnten die Polizisten im Dezember neun weitere Personen aufgreifen: zwei Deutsche, einen Polen und sechs Tschechen, teilte Polizeisprecherin Madeleine Urban mit. Insgesamt laufen derzeit rund 100 Verfahren, in nicht ganz der Hälfte von ihnen gibt es noch offene Spuren, deren Auswertung noch erwartet wird. Da den Tatverdächtigen jedoch zumeist mehrere Fälle angelastet werden, sind die Ermittlungen dazu insgesamt sehr komplex und umfangreich.

Im November nahm die Polizei Verdächtige fest – sitzen sie in Haft?
Auf Unverständnis bei vielen Bürgern war die Freilassung einiger im November auf frischer Tat gefasster Täter gestoßen. So sind beispielsweise drei Tschechen (20 und 27 Jahre), die Ende November in Seifhennersdorf gestohlen hatten und in Rumburk von der tschechischen Polizei gefasst wurden, nach wie vor auf freiem Fuß. Noch laufen die Ermittlungen, ob ihnen weitere Taten angelastet werden können. Ähnlich sieht es bei zwei 29 und 36 Jahre alten Garageneinbrechern aus, die im November im Zittauer Gebirge erwischt wurden. Auch hier laufen die polizeilichen Recherchen zu Verwicklungen in weitere Einbrüche derzeit noch. Einzig ein 37-jähriger Tscheche, der Ende November nach Hinweisen von Seifhennersdorfern in seinem Heimatland aufgegriffen wurde, sitzt dort noch in Untersuchungshaft – auch, weil er keinen festen Wohnsitz hat. Fünf Einbrüche wurden ihm schon kurz nach der Festnahme zugeschrieben, Verbindungen zu 13 weiteren Garageneinbrüchen haben die Ermittlungen inzwischen ergeben. Ein möglicher Gerichtstermin ist den deutschen Behörden derzeit nicht bekannt.