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Wie gehen wir mit dem Dom um?

2018 feiert Meißen 1050 Jahre Hochstift. Im August und September beginnt dazu eine spezielle Predigtreihe.

© Klaus-Dieter Brühl

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Herr Beuchel, Sie bereiten das Jubiläum 1050 Jahre Hochstift Meißen vor. Was bedeutet Ihnen diese Tradition?

Es ist mir als Meißner Superintendent und Dompfarrer Freude und Verpflichtung zugleich, zeigt sich so eine lange Tradition und wie weit unsere christlichen Glaubenswurzeln zurückreichen. Es wird neben der Predigtreihe auch eine Tagung zum Hochstift geben, die die Bedeutung und Rolle des Hochstifts im Laufe seiner Geschichte kritisch beleuchtet. Mir zeigt das Jubiläum, dass unsere Vorfahren noch ein Bewusstsein für die Begrenztheit des Daseins sowie der eigenen Möglichkeiten hatten. Das ist den Menschen heute ja leider ein bisschen abhanden gekommen.

Wie meinen Sie das?

Vor mehr als 1000 Jahren haben unsere Vorfahren eine Burg auf einen Berg in Meißen gebaut und auch sich gleich noch eine kleine Kirche mit, um ihren Glauben zu stärken. Mir ist wichtig, nicht nur rückwärts zu schauen, sondern in die Zukunft zu fragen: Was bedeutet der Dom für uns heute? Die ausgesuchten Bibelstellen in den Predigten haben alle eine Beziehung zum Thema Haus. Gemeint ist das Haus im irdischen und geistlichen Sinne. Wir wollen uns kritisch mit Fragen auseinandersetzen wie: Ist der Dom neben seiner historischen und musealen Dimension ein Haus Gottes, in dem Menschen ihren Glauben leben können? Wie gehen wir mit dem Erbe unserer Mütter und Väter um?

Und was bedeuten diese Fragen speziell für Meißen?

Für uns ist der Umgang mit dem Erbe in baulicher Sicht zur Erhaltung eine große Herausforderung. Derzeit planen wir den Umbau des Eingangsbereichs und des Domladens. Mit Blick auf die demografische Entwicklung unserer Stadt stellt sich die Frage, wie der Dom als Kirche von Meißen für das Leben der Meißner Bedeutung haben kann. Denn machen wir uns nichts vor: Der Großteil der Einwohner kommt nicht in den Dom. Wir müssen uns überlegen, wie man Menschen ansprechen kann, die keine starke Bindung zu Kirche haben.

Wen wollen Sie mit der Predigtreihe zum Jubiläum denn erreichen?

Die Predigten sind Teil der Gottesdienste, die ganz bewusst erst um 12 Uhr beginnen. Damit wollen wir nicht in Konkurrenz zu den Kirchgemeinden in der Region stehen. Wir erwarten Meißner und Dresdner, Menschen aus dem Umland, aber auch Touristen, die die Anonymität des Domes mögen und nutzen. Diese Reihe findet gewollt als Höhepunkt in den Sommermonaten statt, wenn viele Menschen von außerhalb die Stadt besuchen. Die Leute, die zu solchen Gottesdiensten kommen, erwarten anspruchsvollere Predigten, die sich von den Tagesnachrichten abheben. Darauf stellen wir uns ein. Wir wollen Anregungen geben über Bibeltexte das eigene Leben zu reflektieren.

Das Interview führte Kathrin König.

Mehr Infos und die Termine zur Predigtreihe: www.dom-zu-meissen.de/predigt-reihe.html