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Wie geht es mit der Kleinbahn weiter?

Die Kommunen lassen derzeit die Lindenhofbrücke überprüfen. Für den Betrieb der Anlage soll es bereits Anwärter geben.

Von Jan Iven

Ganze 948 Tage lang hatte der Kleinbahnverein die Rauschenthalbrücke geschlossen gehalten. Erst nachdem die Kommunen Waldheim und Kriebstein die Kleinbahnanlage aus der Insolvenzmasse des Vereins für einen fünfstelligen Betrag herausgekauft hatte, konnte sie Anfang. Oktober wieder eröffnet werden. In einem nächsten Schritt soll in den kommenden Wochen überlegt werden, wie es mit der Kleinbahn weitergehen soll. Wird die Anlage wieder in Betrieb genommen, nur gesichert oder gar rückgebaut? Bisher gibt es dazu keinen offiziellen Angaben. Aus dem Waldheimer Rathaus heißt es nur, dass verschiedene Gespräche geführt werden.

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Konkret steht nun erst einmal die Überprüfung der Lindenhofbrücke an. Die Unterlagen der Brücke, das sogenannte Brückenbuch, wurden bereits einem Ingenieurbüro übergeben. Dort wird derzeit noch ein Angebot für die Prüfung erstellt. „Wir gehen davon aus, dass das nicht billig wird“, sagte Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU).

Keine statischen Mängel

In den Unterlagen der Rauschenthalbrücke konnten keine statischen Mängel festgestellt werden. Vor der Wiedereröffnung der Brücke war der Fußgängersteg von einem Sachverständigen begutachtet worden. Zur Erinnerung: Als Grund für die Schließung wurden 2011 vom Kleinbahnverein erhebliche Baumängel am Fußgängersteg des 1896 errichteten Bauwerkes angegeben. Zudem fehlten nach Angaben der Kleinbahner 1 000 Euro für eine fällige Prüfung der Brücke. Die Vereinsmitglieder sagten seinerzeit, nicht für mögliche Unfälle verantwortlich gemacht werden zu wollen. So desolat, wie seinerzeit vorgegeben, war die Brücke indes nicht, wie sich vor der Wiedereröffnung herausstellte. In den vergangenen Wochen musste an dem Steg dennoch immer wieder geschweißt werden. Bestehende Schäden wurden ausgebessert. Das Geländer war auf einer Länge von 20 Metern nicht mehr vorhanden und musste ersetzt werden. Fußgängersteg und Geländer konnten so erst einmal gesichert werden. Nach der langen Sperrung können Fußgänger und Radfahrer die kürzeste Verbindung zwischen Waldheim und Kriebstein nun endlich wieder nutzen.

Inzwischen sollen sich sogar bereits erste Interessenten gemeldet haben, die die Kleinbahnanlage wieder betreiben möchten. So soll sich derzeit aus dem Umfeld der Bürgerinitiative Pro Zschopautalradweg bereits ein neuer Verein gründen. Die Bürgerinitiative hatte sich mit verschiedenen Aktionen für die Öffnung der Brücke eingesetzt. Mit der Erreichung dieses Zieles sieht die Initiative ihre Arbeit als abgeschlossen an.

Da der Name Kleinbahn schlechte Erinnerung an alte Zeiten wecken würde, könnten sich die Vereinsgründer den Namen Zschopautalbahn gut vorstellen. Dies soll auch an den Zschopautalradweg und die Perle des Zschopautals erinnern. Vorgeschlagen wird, dass Kommunen und Bürger den Tourismus gemeinsam entwickeln. Der Verein will seine Ideen demnächst der Öffentlichkeit vorstellen.

Auch ein Brückenfest soll es in Rauschenthal in absehbarer Zeit noch einmal geben. Ursprünglich sollte erst im kommenden Frühjahr gefeiert werden. Nun wird allerdings doch noch nach einem Termin in diesem Jahr gesucht.