merken

Wie kommen Wohnwagen auf den Platz?

Es gibt Zukunftspläne für den großen Parkplatz in Mittelndorf. Einige Räte befürchten aber Probleme mit der Zufahrt.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Sebnitz. Schon als es im Dezember um die Ausschreibung des Grundstücks ging, gab es Diskussionen. Die Betreiber des Campingplatzes Bergoase in Mittelndorf hatten bei der Stadt Sebnitz Interesse an dem öffentlichen Parkplatz in Mittelndorf angemeldet. Sie wollten die Fläche am Ortsausgang Richtung Bad Schandau kaufen und dort einen Stellplatz für Wohnmobile eröffnen. Mittelndorfs Ortsvorsteher und Stadtrat Wolfgang Mühle (Mitsprache Stadt und Land) sah schon damals Probleme aufziehen. Denn der Platz verfügt nicht über eine direkte Zufahrt von der Staatsstraße, sondern kann nur von hinten über die Weinbergstraße erreicht werden. Diese sei aber viel zu schmal für den angestrebten Zweck. Er befürchtet Beschwerden von den Anliegern.

Öffentlich ausgeschrieben wurde das kommunale Grundstück nach Mehrheitsbeschluss trotzdem. Es ging genau ein Kaufangebot von eben jenen Interessenten ein, und als der Stadtrat kürzlich darüber zu entscheiden hatte, begann die Diskussion erneut. Robert Läsker (CDU), ebenfalls Mitglied im Mittelndorfer Ortschaftsrat, meldete seine Bedenken an. Man hole sich Probleme in den Ort, wenn künftig Wohnmobile und Autos mit Wohnanhänger über die schmale Zufahrt auf den Platz fahren sollten. Auch Ortsvorsteher Wolfgang Mühle wies noch einmal ausdrücklich auf seinen Widerspruch hin. So lange die Zufahrt nicht geregelt sei, fände er es falsch, die Fläche zu verkaufen. Im Ortschaftsrat stehe es in dieser Frage zwei zu zwei, also unentschieden.

Ekkehard Schneider (CDU) hielt dagegen. Er habe sich vor Ort ein Bild der Lage gemacht und sehe keine Probleme: „Mit gegenseitiger Rücksichtnahme geht’s“, sagte er über die Zufahrt. Die Stadt versuche immer, den Tourismus zu fördern, genau deshalb sollte das Ansinnen der Zeltplatzbetreiber, ein weiteres Angebot zu schaffen, unterstützt werden.

Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde der Verkauf schließlich zum Preis von 23 602 Euro beschlossen. Bis dort Urlauber übernachten können, sind allerdings noch rechtliche Hürden zu nehmen. Um einen Caravanplatz für mehr als drei Fahrzeuge betreiben zu dürfen, müssen die Eigentümer laut Stadtverwaltung einen eigenen Bebauungsplan aufstellen lassen. Das dauert mindestens ein Jahr. Im Rahmen des Verfahrens könnte dann auch die Zufahrt neu geregelt werden. Das Landdesamt für Straßenbau und Verkehr hat neue Einmündungen auf eine Staatsstraße laut Rathaus zuletzt kaum genehmigt.