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Leipzig

Wie Leipzig den Olympioniken helfen will

Einmal in vier Jahren im Blickpunkt - das ist den Verantwortlichen zu wenig. Mit einer Marketingoffensive wollen sie den Athleten helfen und auch sich selbst.

Oberbürgermeister Burkhard Jung geht es um Nachhaltigkeit für die Stadt und die Vereine.
Oberbürgermeister Burkhard Jung geht es um Nachhaltigkeit für die Stadt und die Vereine. © dpa/Heiko Rebsch

Leipzig. Das neue Vermarktungskonzept "Eine Stadt - ein Team" für den Spitzensport in Leipzig ist gestartet. Man wolle den Aktiven mehr Sicherheit geben, die sie dringend bräuchten, und dafür sorgen, dass sie auch in den Jahren zwischen Großereignissen wie Olympischen Sommer- oder Winterspielen wahrgenommen würden, betonte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Freitag.

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"Professioneller Sport braucht eine professionelle Vermarktung", erklärte er. "Ich wünsche mir, dass beide Seiten profitieren: die Athletinnen und Athleten, die sich auf ihr Training konzentrieren können, und die Kommune, die sich international noch stärker als Sport-Stadt darstellen und mit Spitzenleistungen für sich werben kann."

Der 61-jährige SPD-Politiker lobte, dass Vermarkter, Klubs und Stadt bei der Umsetzung mitgezogen hätten. "Es stellte sich schnell heraus, dass alle das Problem erkannt hatten", meinte Jung. Der auch für den Sport verantwortliche Bürgermeister Heiko Rosenthal sagte, das sei "Signal und Motivation genug, dass wir neue Partner finden, die finanziell einen Beitrag leisten".

Die Stadt plant keinen Skilanglauf-Weltcup wie in Dresden

Am 2. Juli wurde die neue Gesellschafterstruktur der Olympiasport Leipzig GmbH (OSL) notariell beglaubigt. Neuer Mehrheitsgesellschafter ist jetzt die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH mit 50,25 Prozent. Je 3,5 Prozent haben sieben Vereine aus der Stadt übernommen. Die noch verbleibenden 25,25 Prozent hält der Klub zur Förderung des Olympiastützpunkts Leipzig, der bisher alleiniger Gesellschafter gewesen war.

"Sport wird dadurch auch zum Marketing der Stadt", betonte Jung. Er machte aber ebenfalls deutlich, dass man sich nun beispielsweise nicht um einen Tour-de-France-Start oder eine Skilanglauf-Veranstaltung wie in Dresden bewerbe. Es gehe um Nachhaltigkeit für die Kommune und die Vereine.

Die Vorstellung einer konzentrierten Marketingoffensive besonders bei den Individualsportarten sei bereits extrem alt, räumte Jung ein und verwies unter anderem auf die Zeit der Leipziger Olympia-Bewerbung Anfang des Jahrtausends. Umso erfreuter zeigte er sich nun über die tatsächliche Umsetzung. Auch bei potenziellen Partnern aus der Wirtschaft finde die Idee des neuen Vermarktungskonzeptes großen Anklang.

Ein Konzept muss allerdings erst noch erarbeitet werden. Das solle in den nächsten Monaten geschehen, versicherte der neue OSL-Geschäftsführer Volker Bremer. "Es wäre nicht seriös, jetzt schon Zahlen zu nennen", sagte er. (dpa)