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Wie man sich vor Zecken schützen kann

Die Spinnentiere übertragen gefährliche Krankheiten. Beim SZ-Gesundheitsforum gab es wichtige Tipps zur Vorsorge.

© dpa

Von Carmen Schumann

Bautzen. Die meisten Besucher des SZ-Gesundheitsforums am Dienstag haben schon ihre Erfahrungen zum Thema Zecken gesammelt. Deshalb konnten sie der Referentin, Oberärztin Dr. Steffi Duschinger von den Oberlausitz-Kliniken, gezielte Fragen stellen und ihre Erlebnisse einbringen. Unter anderem meldete sich ein Förster, der durch seinen Beruf naturgemäß am meisten gefährdet ist, von Zecken gebissen zu werden. Er erklärte, ihm und seinen Berufskollegen seien mit einem speziellen Wirkstoff getränkte Hosen angeboten worden, der gegen Zeckenbisse schützen soll. Die Referentin teilte seine Meinung, dass es sich hierbei wahrscheinlich um die Wahl zwischen Pest und Cholera handelt, denn die Nebenwirkungen des Wirkstoffes seien noch nicht ausreichend erforscht.

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Dass von den Zecken eine große Gefahr ausgeht, ist mittlerweile unbestritten. Wie Steffi Duschinger erklärte, können sowohl Viren als auch Bakterien, die die Zecken in sich tragen, Krankheiten auslösen. Viren verursachen die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Bakterien dagegen die Borreliose. Dementsprechend fallen dann auch Diagnose und Therapie aus. Die Oberärztin skizzierte die Krankheitsbilder beider Erkrankungen und erklärte, wie die Behandlung, aber auch die Prophylaxe aussehen kann. Sie wies darauf hin, dass Zecken nicht nur im Wald und auf Wiesen lauern, sondern auch in Kleingärten und Parkanlagen. Zecken seien schon ab sieben Grad aktiv, das heißt, man muss von März bis Oktober mit Zeckenbissen rechnen. Der Landkreis Bautzen ist jetzt erstmals zum Zecken-Risikogebiet erklärt worden.

Als Schutzmaßnahme sollte man vorsorglich seinen Körper beim Aufenthalt im Freien ausreichend bedecken und Unterholz und hohes Gras meiden. Danach sollte man den Körper nach Zecken absuchen und sie so schnell wie möglich mit speziellen Hilfsmitteln, wie einer Zeckenzange oder -karte, entfernen. Das Auftragen von Schutzmitteln helfe nur kurzzeitig. Die Oberärztin riet den Zuhörern zu einer vorsorglichen Schutzimpfung gegen FSME. Die sei sehr gut verträglich, auch für Kinder ab drei Jahren. Komplikationen treten nur bei einem unter fünf Millionen Geimpften auf. Eine Impfung nach dem Zeckenbiss, wie sie früher praktiziert wurde, sei wirkungslos und daher nicht zu empfehlen.

Da die Borreliose von Bakterien verursacht wird, erfolgt die Bekämpfung der Krankheit mit Antibiotika. Symptome einer Erkrankung könnten oft sehr spät, manchmal erst bis zu drei Monate nach dem Zeckenbiss auftreten. Leider sei die Borreliose schlecht zu fassen, denn viele Symptome ähnelten denen anderer Erkrankungen. So treten grippe-ähnliche Erscheinungen auf. Oft litten die Betroffenen unter Gelenkschmerzen, die mal hier und mal da auftreten. Viele Betroffenen würden zunächst auf den Verdacht hin behandelt, sie litten unter psychosomatischen Beschwerden. Eine eindeutige Diagnose könne durch Laboruntersuchungen des Nervenwassers auf Antikörper getroffen werden. Allerdings ergeben diese Untersuchungen erst nach drei bis sechs Wochen nach dem Zeckenbiss einen Sinn.

Auf den Hinweis der Ärztin, dass Werktätige mit Berufen, die im Freien ausgeübt werden, ihre durch Zeckenbisse verursachten Erkrankungen als Berufskrankheit geltend machen können, warf der Förster ein, dass dies erfahrungsgemäß erst nach längeren Kämpfen zum Erfolg führt.

Das nächste SZ-Gesundheitsforum findet am 28. Juni um 19 Uhr statt. Thema ist das schmerzhafte Bein.