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Wie modern darf Loschwitz sein?

Bei einer SPD-Veranstaltung am Montagabend diskutierten Anwohner und Experten über die Neubauten am Elbhang.

© Christian Juppe

Von Julia Vollmer

Zu modern? Passt das hierher? Wo immer in Loschwitz ein Bauvorhaben mit moderner Architektur entstand, hinterfragten dies die Anwohner kritisch. SPD-Stadträtin Kristin Sturm nahm das zum Anlass und lud am Montagabend zur Diskussionsrunde ins Loschwitzer Ortsamt. Und viele Anwohner folgten, der Saal im Ortsamt war voll besetzt.

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Schneller, weiter, höher – verspannter?

Hektik und Stress, das fordert seinen Tribut. Schmerzen im Nacken und Rücken, Überforderung, Unruhe und Anspannungen sind die Folge. 

Zu Gast waren Bauunternehmer Frank Wießner, Architekt Dirk Lorenz und Andrea Steinhof vom Stadtplanungsamt. „Gibt es eine Regelung für den Stadtteil?“, fragten viele Gäste. „Die gibt es“, so Steinhof. Zum Schutz des äußeren Erscheinungsbildes des Elbhanges ist der Bereich zwischen dem Waldschlößchen und Niederpoyritz seit März 1997 als Denkmalschutzgebiet ausgewiesen. Dieser Schritt soll der Erhaltung der Landschaft, aber auch der Straßen-, Platz- und Ortsbilder dienen. Außerdem gibt es eine Erhaltungssatzung für die Dorfkerne Loschwitz, Rochwitz und Wachwitz, erklärte Stadtplanerin Andrea Steinhof. Man dürfe da bauen, wo im aktuellen Bebauungsplan eine Lücke ist. Doch es sei nicht mehr viel Platz am Elbhang. „Auch wenn jemand alle Regeln einhält, ist das keine Garantie für ein schönes Haus“, gab sie zu bedenken. Nicht jeder Bauherr beauftrage einen Architekten, so entstünden mitunter Kataloghäuser.

Frank Wießner, bekannt aus der Diskussion rund um das Bauprojekt am einstigen Narrenhäusel, stellte einige Objekte vor. Die hatte er am Elbhang gekauft und sanierte. Dazu gehören unter anderem die Villa Stina auf der Sierksstraße oder das Haus an der Alpenstraße. „Wir müssen so bauen oder sanieren, dass wir die Objekte auch an den Kunden bringen können“, beantwortet er die Frage nach seiner Motivation, warum er am Elbhang baut. Die Villa Stina habe er nur sanieren können, weil er die Kosten durch den danebenstehenden Neubau quersubventionieren konnte.

Auf die Frage, ob eine Gestaltungssatzung am Elbhang nötig ist, fragte Architekt Dirk Lorenz: „Was schreiben wir da hinein? Es gibt sehr viele unterschiedliche Bauten, wie soll man das auf Papier bringen?“