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Neukirch will im Tourismus zulegen

70 000 Euro möchte die Gemeinde 2018 ausgeben – von Begrüßungstafeln bis zum beleuchteten Valtenbergturm.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Neukirch. Monsterroller fahren – ab Mai soll das in der Oberlausitz möglich sein. Werbetafeln für den neuen Trendsport am Valtenberg sieht man seit geraumer Zeit in Neukirch und jetzt auch in Steinigtwolmsdorf. Die Gemeinde Neukirch ihrerseits arbeitet daran, die touristische Infrastruktur auszubauen. Der Gemeinderat beschloss dafür ein Sieben-Punkte-Programm. 70 000 Euro sollen investiert werden. 42 000 Euro kommen von der Leader-Region „Bautzener Oberland“, 28 000 aus dem Gemeindehaushalt. „Wir wollen touristisch nach vorn“, begründet es Bürgermeister Jens Zeiler (CDU). Die Vorhaben im Einzelnen.

Neukirch will den 160 Jahre alten Aussichtsturm auf dem Valtenberg zur touristischen Marke entwickeln. Sichtbar werden soll das schon an den Ortseingängen aus Richtung Bischofswerda und Bautzen. Der stilisierte Turm aus Edelstahl, mindestens drei Meter hoch, soll dort als Begrüßungstafel installiert werden. Die Stelen sollen beschriftet werden. Die Gemeinde hat die Leistungen für die Fertigung und Montage bereits ausgeschrieben. Das bereits seit zwei Jahren geplante Projekt soll nun verwirklicht werden. „Die Stelen werden in diesem Jahr aufgestellt“, versichert Jens Zeiler. Mit veranschlagten knapp 20 000 Euro ist es der größte Posten im Investitionspaket.

Den stilisierten Valtenbergturm soll man künftig vielerorts in Neukirch sehen. Etwa an den innerörtlichen Wegweisern, die an acht markanten Standorten aufgestellt werden sollen. Nach einem einheitlichen Erscheinungsbild sind acht Orientierungsschilder zu entwerfen, zu fertigen und zu montieren, inklusive der Tragkonstruktion, heißt es dazu im Tourismuskonzept der Gemeinde. Veranschlagte Kosten: 16 000 Euro.

Wohin in Neukirch? Wer nicht fragen möchte, kann sich künftig an sieben Übersichtstafeln im Ort orientieren. Vorhandene Tafeln, etwa am Ostbahnhof, werden erneuert und den Veränderungen der vergangenen Jahre angepasst, weitere Tafeln an touristisch exponierten Standorten kommen hinzu. Wie bereits die bestehenden Tafeln werden auch die neuen nicht nur deutsch, sondern mit Blick auf die zunehmende Besucherzahl aus dem Nachbarland auch tschechisch beschriftet. Auf den Tafeln findet man eine Übersichtskarte des über fünf Kilometer langen Straßendorfes mit öffentlichen Einrichtungen sowie touristische Ziele in der Umgebung. 7000 Euro sind dafür eingeplant.

Der Valtenbergturm als Neukircher Wahrzeichen soll künftig weithin sichtbar sein, auch nachts. Die Gemeinde will ihn mit LED bestrahlen lassen. Erste Experimente auf dem Berg über den am besten geeigneten Standort für den Strahler gab es bereits, sagt Jens Zeiler. Geplante Kosten für Lieferung, Montage und Funkschalteinrichtung: knapp 1 000 Euro.

Das Gebiet rund um den Valtenberg und den sich angrenzenden Hohwald ist ein Wanderparadies – zurzeit aufgrund zahlreicher zerfahrener Waldwege infolge der Waldbewirtschaftung und der Beseitigung von Sturmschäden allerdings mit Einschränkungen. Doch es kommen wieder bessere Zeiten für Wanderer und Radwanderer. Reichlich 10 000 Euro sollen in den Ausbau und die Erneuerung von Wanderwegebeschilderungen, Hinweisschildern, Sitzbänken und zwei Schutzhütten auf dem Weg zwischen dem Waldschlösschen und dem Valtenberggipfel fließen. Die Schutzhütte am sogenannten Rondell, wo mehrere Wege zusammentreffen, soll erneuert werden, eine weitere unterhalb des Gipfels neu hinzukommen, sagt Jens Zeiler.

Nicht alle, aber viele Wege sollen künftig zum ehemaligen Rittergut führen. Die Gemeinde baute es in den vergangenen Jahren zu einem Dorfzentrum aus. Dort befinden sich Bibliothek, Festscheune, Festplatz, Skateranlage, ein öffentlicher Kinderspielplatz und ein Stellplatz für Wohnmobile. Im ehemaligen Rittergut haben mehrere Gewerbetreibende und Vereine ihren Sitz, und im Innenhof findet mittwochs der Wochenmarkt statt. 3 000 Euro will die Gemeinde ausgeben, um Bibliothek und andere Einrichtungen auf dem Gutsgelände auszuschildern..

Unterm Dach der Festscheune im früheren Rittergut fand das Heimatmuseum vor gut zwei Jahren seinen neuen Platz. Gezeigt werden kann nur ein Teil des umfangreichen Fundus, zu dem etliche Zeugnisse des Neukircher Handwerks gehören. 14 000 Euro plant die Gemeinde ein, um für das Museum ein Gesamtkonzept zu erstellen und es zu verwirklichen. Erste Empfehlungen liegen bereits vor. So sollte sich Neukirch stärker als Handwerksmuseum profilieren, sagen die von der Gemeinde beauftragten Fachleute.