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Wie Pirna die Grundschule Zehista in Schuss bringen will

Die Bildungsstätte lässt sich im derzeitigen Zustand nicht mehr ewig nutzen. Nun gibt es sechs Varianten, das Problem zu lösen.

© Norbert Millauer

Von Thomas Möckel

Pirna. Es ist ein altehrwürdiger Schulstandort: Die Grundschule im Pirnaer Ortsteil Zehista besteht aus zwei Gebäuden, die bereits um das Jahr 1900 herum errichtet wurden. Das Problem allerdings: Die Häuser taugen nicht mehr lange als Bildungsstätte. Um die Schule überhaupt weiter betreiben zu können, ließ die Stadt schon vor geraumer Zeit provisorisch den Brandschutz baulich verbessern. Im Ergebnis dessen darf die Schule zeitlich beschränkt weiter genutzt werden. Jedoch ist der Schulstandort dadurch nur mittelfristig gesichert. Um die Schüler künftig zeitgemäß unterzubringen, ließ die Stadt nun sechs Varianten erarbeiten. Der Stadtentwicklungsausschuss soll sich im Idealfall auf der Sitzung am 12. April auf eine Vorzugsvariante einigen, die Pirna dann planerisch weiter vertiefen und möglichst im Doppelhaushalt für 2019/20 verankern will. Die SZ fasst den aktuellen Stand zusammen.

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Variante 1: Komplett neuer dreigeschossiger Massivbau
Die erste Alternative sieht einen dreigeschossigen Schulneubau in traditioneller Massivbauweise vor. Entstehen könnte er auf dem freien Grundstück gleich gegenüber der jetzigen Bildungsstätte. Die Sache hat aber mehrere Haken: Das anvisierte Baugrundstück ist als Grünfläche mit der Nutzung „Sportplatz“ ausgewiesen, dies müsste zugunsten der Schule geändert werden. Zudem liegt das Grundstück im Hochwasserbereich des Meusegastbaches. Somit müsste ein Flutschutz her. Die Planer schlagen vor, das Grundstück um einen Meter aufzuschütten, damit das Erdgeschoss über der Hochwasserlinie liegt. Insgesamt ist diese Variante die teuerste: Die geschätzten Baukosten liegen bei knapp 5,6 Millionen Euro.

Variante 2: Dreigeschossiger Neubau in Modulbauweise
Diese Alternative präferiert ebenso einen Neubau, nur nicht massiv, sondern aus Modulen zusammengesetzt – auf demselben Grundstück wie bei Variante 1. Die Baukonstruktion wird dadurch zwar preislich günstiger, aber nach Auskunft der Stadt bleiben die Kosten für die mediale Erschließung und den Flutschutz weiterhin hoch. Kostenschätzung für diese Variante: rund 4,5 Millionen Euro.

Variante 3: Komplexe Sanierung des bestehenden Schulgebäudes
Diese Alternative unterteilt sich noch einmal in zwei Untervarianten. Die erste sieht laut des Rathauses vor, die bestehenden Schulgebäude zu sanieren, einen Anbau zu errichten und die Schüler währenddessen vorübergehend in einem Ausweichquartier unterzubringen. Als Interimsdomizil dienen nach derzeitiger Planung mobile Schulcontainer, die auf der Sportplatzfläche gegenüber der Schule aufgestellt werden könnten. Das Übergangsquartier kostet zwar zusätzlich Geld, ermöglicht aber auch, die Bildungsstätte zügig zu sanieren. Baukosten: rund 4,8 Millionen Euro.

Die zweite Untervariante sieht vor, die Schule ebenso komplex zu sanieren. Allerdings soll dabei auf die Container verzichtet werden, die Schüler sollen während der Bauarbeiten stattdessen im Schulhaus auf der Nicolaistraße in der Pirnaer Innenstadt unterkommen. Dies setzt voraus, dass das Haus Nicolaistraße erst einmal saniert wird. Die Zehistaer Schüler könnten daher frühestens 2022 dorthin umziehen. Ebenso Voraussetzung ist, das Pirna die jetzige Grundschule Zehista bis 2022 nutzen darf. Baukosten: 4,8 Millionen Euro.

Variante 4: Schulneubau auf einem alternativen Grundstück
Bei dieser Alternative war vorgesehen, eine neue Schule auf einem Grundstück hinter dem Autohaus Adler, Liebstädter Straße 19, zu errichten. Dafür hätte allerdings zunächst der Bebauungsplan geändert werden müssen, eine neue Sporthalle wäre ebenfalls nötig gewesen, und die Erschließung war nicht gesichert. Aus diesen Gründen hat Pirna diesen Standort nicht näher untersuchen lassen.

Variante 5: Schulneubau auf dem Schlossgelände Zehista
Diese Alternative geht von einem Schulneubau auf dem Gelände des Schlosses Zehista aus. Aber: Es gibt dort keine zusammenhängende Grundstücksfläche für einen Neubau. Zudem stehen viele Gebäude auf der Fläche unter Denkmalschutz, ihr Abriss wäre wohl nicht möglich.

Variante 6: Umzug der Schule auf Dauer ins Haus Nicolaistraße 3
Diese Alternative sieht vor, die Grundschule Zehista vollständig in das Haus Nicolaistraße 3 zu verlegen. Das ginge aber erst ab 2022. Diese Alternative erfordert zudem eine neue Sporthalle, die auf dem Parkplatz gegenüber dem Haus Nicolaistraße entstehen könnte. Die Fläche liegt aber im Überflutungsgebiet, daher sieht es mit einer Baugenehmigung schwierig aus. Überdies würde der Schulstandort Zehista vollständig aufgegeben.

Welche Variante Pirna für die Grundschule Zehista bevorzugt
Für das Rathaus rücken die beiden Alternativen bei Variante 3 sowie die Variante 6 in die nähere Betrachtung. Die Entscheidung obliegt aber nun zunächst einmal dem Stadtentwicklungsausschuss.