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Bischofswerda

Wie rollt’s beim Leihschiebock 2.0?

Bischofswerdas Leih-Lastenräder waren in den ersten fünf Wochen an 21 Tagen im Einsatz. Das Projekt wächst. Auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Dirk Hladik mit seinem Lastenrad.
Dirk Hladik mit seinem Lastenrad. © Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. „Speedy“ und „Schubi“ erobern das Schiebocker Land. Hinter den flippigen Namen verbergen sich zwei Lastenfahrräder, die man in Bischofswerda seit dem 9. September kostenlos ausleihen darf. Dirk Hladik, Initiator des Projektes Leihschiebock 2.0, zieht nach den ersten fünf Wochen eine positive Bilanz. Demnach wurden die beiden Räder insgesamt achtmal an 21 Tagen ausgeliehen, jedes war viermal im Einsatz. Nur einmal gab es eine Flaute: an den kalten und verregneten Tagen Ende September/Anfang Oktober. „Das zeigt die hohe Wetterabhängigkeit des Angebotes“, sagt Dirk Hladik.

Ausleihen kann man sich eins von den beiden Lastenrädern – wahlweise mit zwei und drei Rädern – , nachdem man sich im Internet registriert hat. Acht Fahrradfreunde haben das bisher getan. Die durchschnittliche Ausleihdauer liegt bei 2,6 Tagen, wobei es sowohl einige Eintagesausleihen gab als auch einmal mit Rücksprache eine Fünftagesausleihe. Ansonsten wird auf eine maximale Leihfrist von drei Tagen orientiert. Meist werden die Räder übers Wochenende vor allem für einen Familienausflug genutzt. In dem Fall geht es meist um kleine Passagiere, die befördert werden, eben die Kinder der Familie. Nach dem bisherigen Feedback könnte sich der zweirädrige „Speedy“ zum Favoriten mausern, erwartet Dirk Hladik. Nicht nur mit der Resonanz der Nutzer ist er zufrieden. Das Interesse auf dem Bischofswerdaer Herbstmarkt am 8. September, als es den offiziellen Startschuss für den Leihschiebock 2.0 gab, war überragend, sagt er.

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Die Ausleihe ist kostenlos. Doch die Nutzer werden um eine Spende gebeten, um das Projekt dauerhaft finanziell auf sichere Füße zu stellen. Mit diesem Geld werden kleine Verbesserungen finanziert. So wurde für den dreirädrigen „Schubi“ nach dem Hinweis einer Nutzerin ein Rückspiegel bestellt, der demnächst montiert wird, um die Fahrsicherheit noch weiter zu erhöhen. Zusätzlich zur Internetseite wurde auch eine Facebookseite eingerichtet. Als Nächstes sei geplant, weitere Mitstreiter zu gewinnen, um das Projekt von mehr Schultern tragen zu lassen und es bekannt zu halten bzw. bekannter zu machen, sagt Dirk Hladik. Top wäre es, man würde einen weiteren Kooperationspartner finden, der ein Lastenrad selbst nutzt und es in der freien Zeit dem Leihschiebock-Projekt zur Verfügung stellt. Auf längere Sicht ist es möglich, dass noch ein vierrädriges Lastenrad mit Dach hinzu kommt, um die Wetterabhängigkeit zu reduzieren. „Spannende Modelle gibt es ab nächstem Jahr zu kaufen.“

Mit seiner Idee des Leih-Lastenrades gewann Dirk Hladik in diesem Jahr einen der Preise des sächsischen Mitmachfonds. Er holte 4 950 Euro Preisgeld nach Bischofswerda – die Anschubfinanzierung, um zwei Lastenräder kaufen zu können. Ausleihen kann man diese in der Gärtnerei Krauße und im Tierpark, wo es eine Fahrradausleihstation, beispielsweise auch für E-Bikes, gibt. Und das Projekt zieht Kreise. Fahrradfreaks aus Bautzen und Hoyerswerda fragten bei Dirk Hladik bereits wegen möglicher Kooperationen an. „Es ist also denkbar, dass der Leihschiebock über Bischofswerdas Grenzen hinauswächst, vielleicht auch in der näheren Umgebung“, sagt er. Denkbar sei es auch, dass das von ihm entwickelte Know-how anderswo hilft, ein ähnliches umweltfreundliches Mobilitätsangebot aufzubauen.

www.leihschiebock.de

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