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Wie schmeckt der Weltuntergang?

Schüler aus sieben Dresdner Schulen haben das Thema kunstvoll in Szene gesetzt. Zum Beispiel mit Un-Glückskeksen.

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Von Philipp Schmidt

Ein Pavillon aus Containern steht auf dem Schulhof des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Darüber steht groß „FINITO“. Wer hineingeht, findet sich in einer fiktiven U-Bahn-Station wieder. „FINITO“ wie Aus, Ende, Schluss mit lustig. Im Rahmen der vom Kunsthaus Dresden initiierten Reihe „White Cube/Black Box“ entstand so eine fulminante Kunstausstellung über das Ende der Welt. Aus sieben Schulen entwickelten 31 Schüler in einem halben Jahr die U-Bahn-Station als symbolischen Wendepunkt zwischen dem Heute und dem Morgen. Was kommt, ist ungewiss.

Hannah Bauch und Karla Herde aus der 8. Klasse des Bertolt-Brecht-Gymnasiums können sich durchaus vorstellen, dass es Überlebende gibt. „Die Welt danach könnte sozialer werden, ohne Unterdrückung und ohne Hungersnöte“, sagt Karla. Unter dem Titel „Haben wir den Weltuntergang schon wieder verpasst?“ setzten sie mit ihrer Gruppe unter anderem einen verstaubten, verlassenen Klassenraum und einen ungeleerten Briefkasten in Szene. Gedruckt sind ihre Ergebnisse auf hinterleuchteten Acrylglasscheiben zu sehen.

Der Weltuntergang kann aber nicht nur angeschaut werden. In den begehbaren Säulen der U-Bahn-Station kann man ihn auch schmecken. In einer Säule liegt die Büchse der Pandora zur Selbstbedienung randvoll gefüllt mit Un-Glückskeksen. In den Säulen „kann sich der Besucher zurückziehen und in Ruhe konzentrieren“, sagt Tom Plehn aus der 11. Klasse vom Gymnasium Dresden-Cotta. Er hat in der Gruppe „Weltuntergang zum Mitfühlen“ mitgearbeitet.

Geöffnet hat die U-Bahn-Station FINITO auf dem Schulhof des Bertolt-Brecht-Gymnasiums (außer zu den Weihnachtsferien) noch bis zum 12. Januar 2013. Do: 9.10–9.30 Uhr, Do/Fr: 16–19 Uhr, Sa/So: 14–19 Uhr.