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Wie sich Turow auf deutscher Seite auswirkt

Die Erweiterung des polnischen Tagebaus könnte womöglich den Grundwasserhaushalt in Drausendorf verändern.

Blick in den Tagebau Turow. Der Kohleabbau könnte hier noch bis 2045 weitergehen. © Archivfoto: Matthias Weber

Die Erweiterung des Tagebaus Turow und die spätere Rekultivierung der riesigen Grube könnte auch Auswirkungen auf deutscher Seite haben. Vor allem eine weitere Absenkung des Grundwasserspiegels und ein späterer Wiederanstieg sei nicht auszuschließen, heißt es dazu aus dem Sächsischen Oberbergamt auf  Anfrage der Sächsischen Zeitung. Das Amt werde sich deshalb an dem Umweltverträglichkeits-Verfahren beteiligen. Von den polnischen Behörden lägen bisher aber noch keine Unterlagen vor, so ein Sprecher.

Ein seit 1990 laufendes deutsch-polnisches Monitoring beiderseits der Neiße habe gezeigt, dass es bisher zu keiner Absenkung des Grundwasserspiegels auf deutscher Seite gekommen ist. Eine Einschätzung über zukünftige Auswirkungen sei aber derzeit noch nicht möglich, so der Sprecher. 

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Aktuell werden vom Tagebau-Betreiber, dem polnischen Staatskonzern PGE, Unterlagen zur Verlängerung der Konzession über das Jahr 2020 hinaus erarbeitet. Das erklärte das Unternehmen auf einer Konferenz, die Mitte November im tschechischen Frýdlant stattgefunden hat. Die polnische PGE-Gruppe will den Tagebau bis 2044 betreiben, so lange reicht der Kohlevorrat. Die 45 Quadratkilometer große Grube soll um weitere zehn Quadratkilometer in Richtung Tschechien wachsen und 80 Meter tiefer werden.

Durch die Erweiterung des Tagebaus könnten aber auf die Wasserqualität der Neiße Probleme zukommen. So warnte auf der Konferenz in Frýdlant ein Hydrologe vor einer möglichen Auswaschung von Uran, Quecksilber und Cadmium. Bereits heute seien erhöhte Werte in tschechischen Neiße-Zuflüssen festzustellen. Dramatisch seien derzeit auch die Folgen für die Trinkwasserversorgung tschechischer Kommunen am Rande des Tagebaus. So wären allein in diesem Jahr etwa 35 Brunnen trocken gefallen und 20 bis 30 Prozent der Gewässer ausgetrocknet. 

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