merken

Bautzen

Wie steht’s um die Gleichberechtigung?

Eine Konferenz zum Thema findet jetzt in Bautzen statt. Mit internationaler Beteiligung.

Andrea Spee-Keller ist Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bautzen.
Andrea Spee-Keller ist Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bautzen. © Stadt Bautzen

Bautzen. Rund 70 Frauen und Männer treffen sich Freitag und Sonnabend zu einer internationalen Konferenz in Bautzen. Worum es dabei geht, erklärt Andrea Spee-Keller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Frau Spee-Keller, bei der Konferenz geht es um die europäische Charta für die Gleichstellung. Das klingt abstrakt. Was hat das mit Bautzen zu tun?

Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Es geht um die Umsetzung dieser Charta auf lokaler Ebene. Sie soll helfen, die Gleichstellung der Geschlechter in das kommunale Handeln zu integrieren – und dabei strukturierter vorzugehen.

Was heißt das?

Entscheidet sich eine Kommune, der Charta beizutreten, ist der nächste Schritt, einen Aktionsplan aufzustellen. Darin werden dann alle Maßnahmen zum Thema Gleichstellung aufgenommen.

Sollte Bautzen der Charta beitreten?

Ich fände das schon gut. Wir könnten dadurch mehr Bewusstsein für die Gleichstellung schaffen. Es geht ja nicht nur um die Verwaltung und städtische Belange, sondern um alle Bereiche des Lebens.

Allerdings winken viele Menschen ab, wenn es um Genderthemen geht. Wie kann man dafür Interesse wecken?

Indem wir mehr aufklären, worum es eigentlich geht. Nämlich nicht um Frühsexualisierung, wie unter anderem oft kritisiert wird. Es geht um die im Grundgesetz und auch in der sächsischen Verfassung verankerte Gleichstellung von Frau und Mann. Ich denke, vor allem die junge Generation ist da schon sehr aufgeschlossen. So nehmen viele Väter ja heute ganz selbstverständlich Elternzeit.

Wo steht Bautzen beim Thema Gleichstellung?

Wir haben schon einiges vorzuweisen, etwa eine gut funktionierende Kinderbetreuung oder Anlaufstellen für Frauen, die Gewalt erfahren. Nachholbedarf gibt es bei familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, bei der Anzahl von Frauen in Führungspositionen und auch in der Politik. Aber auch ein Netzwerk mit Anlaufstellen speziell für Männer gibt es noch nicht.

Und was ist das Ziel der Konferenz?

Wir wollen über die Charta informieren und die Stadtgesellschaft einladen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Und das mit Blick über den Tellerrand.

Es sind auch Gäste aus unserer tschechischen Partnerstadt Jablonec und aus Polen dabei. Es liegt nahe, sich im Dreiländereck über Grenzen hinweg auszutauschen.

Gespräch: Madeleine Siegl-Mickisch