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Wie Trixi zu ihrem Namen kam

Eine neue Sonderausstellung im Damastmuseum gibt einen Einblick in die Geschichte der Freizeiteinrichtung und beantwortet manch offene Frage.

© Damastmuseum

Von Jan Lange

Großschönau. Von der sogenannten „Blechbüchse“, dem Veranstaltungshaus auf dem alten Trixi-Campingplatz gibt es so gut wie keine Fotos. „Auch die Witwe des langjährigen Bademeisters Reiner Herrling hatte keines in ihrem Archiv“, sagt Heiko Pavlik vom Deutschen Damast- und Frottiermuseum. Und doch ist eine solche Abbildung jetzt in der neuen Sonderausstellung „Die Trixi-Story“ zu sehen. Über einen Mitarbeiter der Gemeinde Großschönau kam das Damastmuseum schließlich doch an dieses seltene Motiv. „Es ist sehr aufwendig gewesen. Da musste man recherchieren“, beschreibt Pavlik die Vorbereitungen für die Trixi-Schau. Seit Ende vorigen Jahres haben die Museumsmitarbeiter Fotos, Dokumente und Berichte über Trixi und seine Geschichte zusammengetragen. Jetzt ist das Ergebnis zu sehen, am Sonntag wurde die Sonderausstellung eröffnet.

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In der kleinen Stadt in der Oberlausitz gibt es ein Archiv, das weltweit seinesgleichen sucht und nun mithilfe der TU Dresden/TUD zugänglich wird.

Und auch die Eröffnung des Trixi-Freizeitbades jährt sich zum 20. Mal.
Und auch die Eröffnung des Trixi-Freizeitbades jährt sich zum 20. Mal. © Damastmuseum

Beleuchtet wird unter anderem der Bau des Waldstrandbades während der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre, aber auch die jüngere Geschichte wie die Gründung des Trixi-Parks Zittauer Gebirge und die damit verbundene Errichtung des Freizeitbades. Dabei wird auch die eine oder andere interessante Frage beantwortet – so beispielsweise wie die Walross-Rutsche zu ihrem Namen Trixi kam. Vorbild ist eine verspielte Robbe gewesen, die trotz des „Eisernen Vorhangs“ zwischen der BRD und der DDR bis weit auf ostdeutsches Gebiet schwamm und von den hiesigen Bürgern schnell den Namen Trixi bekam.

Die vom Waltersdorfer Künstler Joachim Liebscher erschaffene Walross-Rutsche im Waldstrandbad Großschönau ist später in Anlehnung an jenen DDR-Einwanderer wider Willen ebenfalls auf den Namen Trixi getauft worden.

Das Damastmuseum zeigt die Trixi-Exponate nicht ohne Grund. Denn dieses Jahr gibt es gleich drei Jubiläen zu feiern: Das Waldstrandbad ist vor 85 Jahren eröffnet worden, die beliebte Walross-Rutsche feiert ihren 40. Geburtstag und das Trixi-Freizeitbad mit Wellness- und Saunalandschaft sowie Solebad wird 20. „Dieses Dreier-Jubiläum haben wir zum Anlass genommen für die Sonderschau“, sagt Pavlik. Einige Exponate und historische Unterlagen hatte das Damastmuseum im eigenen Bestand, zahlreiche Zeitdokumente kommen aber aus privatem Besitz. Unter den Leihgebern sind ehemalige und derzeitige Mitarbeiter des Trixi-Parks wie auch Stammgäste.

Und Badegäste hat die Freizeiteinrichtung eine Menge gesehen: Generationen von Oberlausitzern und Urlaubern haben ihre Sommermonate im Großschönauer Waldstrandbad verbracht. Diese Popularität will das Damastmuseum mit seiner neuen Sonderausstellung „Die Trixi-Story“ nutzen, um noch mehr Besucher ins Haus zu locken. Zahlreiche Gäste des Trixi-Parks haben in der Vergangenheit bereits an Spezialführungen im Damastmuseum teilgenommen. Darauf hat sich die bisherige Zusammenarbeit zwischen dem Museum und dem Trixi-Park konzentriert. „Wir würden das gerne ausbauen“, sagt Heiko Pavlik. Die Trixi-Ausstellung könnte der erste Schritt in diese Richtung sein.

Die Sonderausstellung „Die Trixi-Story“ ist bis zum 30. September im Damastmuseum zu sehen. Begleitet wird die Schau von öffentlichen Führungen und auch einem Ferienprogramm für Kinder.

www.ddfm.de