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Döbeln

Wie Unternehmer Fachkräfte gewinnen wollen

Ausländische Arbeitskräfte werden für Chefs immer interessanter. Auf der zweiten Integrationsmesse kommen sie zusammen.

Symbolfoto
Symbolfoto © Wieland Josch

Freiberg/Waldheim. Immer mehr Unternehmen in der Region erkennen, dass ausländische Arbeitskräfte eine wichtiger werdende Ressource auf dem Arbeitsmarkt darstellen. Das kann Anika Ebel, Personalvermittlerin bei der Waldheimer Zeitarbeitsfirma Actief Personalmanagement, aus Erfahrung berichten. „Das Bewusstsein für den Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland wächst“, sagt sie. Auch deshalb ist ihr Unternehmen am Mittwoch bei der zweiten Auflage der mittelsächsischen Integrationsmesse in Freiberg vertreten.

„Wir schätzen dabei besonders die Möglichkeit, gleich von Beginn an einen persönlichen und direkten Kontakt zu den potenziellen Mitarbeitern aufnehmen zu können“, so Anika Ebel. Eine Arbeitsplatzvermittlung über die Zeitarbeitsfirma biete den ausländischen Kräften eine gute Einstiegsmöglichkeit. „Unsere Kunden, die Arbeitgeber, legen Wert darauf, dass sich die ausländischen Mitarbeiter zumindest grundlegend auf Deutsch verständigen können, damit beispielsweise Sicherheitsbelehrungen und die Arbeitseinweisungen durchgeführt werden können“, so die Vermittlerin. Um den Einstieg für die fremdsprachlichen Angestellten zu erleichtern, seien die Unternehmer auch zunehmend bereit, ihnen beispielsweise Mentoren an die Seite zu stellen.

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Der zusätzliche Aufwand soll sich dann aber auch für beide Seiten lohnen. „Die vermittelten Arbeitskräfte, wie im Bereich der Produktion oder der Lagerlogistik, bleiben dann meist aber auch über einen längeren Zeitraum etwa bis zu eineinhalb Jahre in einer Firma beschäftigt“, so Anika Ebel weiter. Durchaus komme es auch häufiger vor, dass ausländische Zeitarbeiter in den festen Mitarbeiterstamm übernommen werden.

Genau dieser Weg soll auf der zweiten Integrationsmesse Mittelsachsens unter dem Motto „Nachwuchs binden – Perspektiven schaffen – Kollegen gewinnen“ unterstützt und gefördert werden. Sie findet am Mittwoch von 10 bis 14 Uhr im Deutschen Brennstoffinstitut (DBI) in Freiberg statt. In diesem Jahr sollen vor allem die Unternehmen des Landkreises im Fokus stehen und bei bei der Thematik „Arbeitsmarktintegration“ noch aktiver unterstützt werden.

Auf der anderen Seite sollen für Migranten berufliche und soziale Perspektiven aufgezeigt werden. Neben den Kontaktmöglichkeiten zu regionalen Arbeitgebern sowie Informationen zu offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen können Besucher einen Bewerbungscheck durchführen oder professionelle Bewerbungsfotos anfertigen lassen. Diverse Beratungseinrichtungen mit ihren integrationsspezifischen Angeboten und Hinweisen für die Zielgruppe stehen dabei ebenso zu Verfügung wie Anlaufstellen mit kompetenten Ansprechpartnern für Bildungs- und Weiterqualifizierungsangebote.

Unternehmen haben die Möglichkeit, sich mit einem Ausstellerstand sowie mit einem Steckbrief an einer „Jobwall“ als Arbeitgeber kostenfrei zu präsentieren. Erstmalig soll den Messebesuchern ein möglichst praxisnaher Einblick in die Unternehmen ermöglicht werden. So wird Regiobus Mittelsachsen einen Bus aus dem Fuhrpark zur Verfügung stellen und unter anderem den Beruf des Busfahrers in anschaulicher Weise vorstellen.

Als besonderes Angebot der diesjährigen Messe wird die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ein Mobiles Berufsinformationszentrums (Mobiles BiZ) bieten. In Kooperation mit dem Landkreis sollen Schüler bei der Berufswahl und Ausbildungsstellensuche unterstützt werden. Für die jungen Migranten geht es darum, das Angebotsspektrum der Berufsberatung kennenzulernen und es für sich zu nutzen.

Im Anschluss an die Integrationsmesse lädt das Landratsamt Mittelsachsen ab 14.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum fachlichen Austausch über das Thema „Fachkräftesicherung im Landkreis Mittelsachsen durch Integration und gezielte Zuwanderung“ ein. Landrat Matthias Damm kommt mit Vertretern der Agentur für Arbeit Freiberg, dem Jobcenter Mittelsachsen, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen und der Handwerkskammer (HWK) Chemnitz ins Gespräch, um über Wege und Möglichkeiten der Fachkräftesicherung im Landkreis durch Migrantinnen und Migranten zu diskutieren. Dabei stellen sich die Gesprächspartner auf dem Podium gemeinsam den Fragen von Unternehmern der Region sowie von interessierten Gästen.

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