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Wie weiter am Elstraer Ski-Lift?

Der Stadt gehört die Seilbahn, Ski- Sportler betreiben sie. Inzwischen wird die Anlage aber von Bikern viel öfter genutzt. Das sorgt für Reibung.

© Matthias Schumann

Von Manuela Paul

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Elstra. Es ist eine Krux. Die Elstraer Ski-Sportler haben etwas, worum sie manch andere Wintersportler beneiden: Einen schönen Skihang nebst Schlepplift mit Tellergehänge. Nur eins haben sie leider nicht. Oder besser gesagt nur sehr selten: Schnee.

Der Ski-Lift, den die Sportler vor vielen Jahrzehnten in Eigeninitiative errichteten, zieht nur an ein paar wenigen Tagen im Jahr Abfahrtsläufer an den Ausgangspunkt der 600 Meter langen Piste mit einem Höhenunterschied von immerhin 116 Metern. Im Januar vorigen Jahres lief die Anlage sogar ein paar Wochen lang. Da hatte es Frau Holle mal richtig gut gemeint mit der weißen Pracht. Doch solch ergiebige Schneefälle sind eher die Ausnahme. Oft bleibt den Elstraer Skisportlern nur, die Seilbahn zu pflegen und sehnsüchtig gen Berg und Himmel zu schauen.

Auch Radfahrer sausen ins Tal

Seit gut einem Jahr sind die Abfahrtsläufer allerdings nicht mehr die einzigen Nutzer des Liftes. Auch Fahrradsportler sausen inzwischen am Schwarzenberg ins Tal. Denn dort gibt es dank des Dresdner Unternehmers Robin Klinkert mittlerweile den Black Mountain Bikepark mit vier ausgebauten Strecken unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades für den Trend-Sport Downhill. Die Moutainbiker – die gerade Winterpause machen – nutzen den Lift ebenfalls. Dazu habe die Abteilung Ski eine Vereinbarung zur Beteiligung an den Betriebskosten mit Robin Klinkert abgeschlossen, sagt Bürgermeister Frank Wachholz. Allerdings gebe es jetzt Gesprächsbedarf. Besagte Vereinbarung soll nun überarbeitet werden. Denn wegen der Witterungsbedingungen sind inzwischen die Radfahrer die Hauptnutzer des Liftes. Deshalb sollten sie auch einen höheren Anteil an den Betriebskosten übernehmen. Etwa 4 000 Mountainbiker kamen im vergangenen Jahr zur Abfahrt an den Hang. Die Skisportler würden sich auch gern über solche Besucherzahlen freuen. „Ich kann verstehen, dass das bei manchem zu Missstimmung führt.“ Anfang Januar gab es in der Abteilung Ski eine Beratung dazu, zu der Frank Wachholz eingeladen war. „Dort bat man mich, für weitere Gespräche zwischen der Abteilung Ski und dem Bikepark-Betreiber moderierend zur Verfügung zu stehen.“ Das habe er zugesichert. Nun müssen die Wintersportler möglichst zeitnah einen Entwurf erarbeiten. In dem müssen alle Kosten, die anfallen, zum Beispiel für TÜV und Instandhaltung, in einem vernünftigen Verhältnis zwischen Nutzer und Betreiber aufgeteilt werden. Bisher hatte die Stadt größere Reparaturen und die TÜV-Untersuchungen bezahlt. Spätestens zur Sommernutzung sollte man sich geeinigt haben.

Eigentlich gibt es nur drei Optionen. Erstens: Die Stadt fungiert nicht nur als Eigentümerin des Liftes, sondern übernimmt auch dessen Betrieb. Das sei allerdings mit dem derzeit vorhandenen Personal keinesfalls zu stemmen. Jemanden einzustellen, sei angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Liftbetreibung um keine Pflicht- sondern eine freiwillige Aufgabe handelt, wohl kaum vermittel- und durchsetzbar. Zweitens: Die Stadt übergibt als Eigentümerin den Lift an den Hauptnutzer Robin Klinkert, der sich dann mit der Abteilung Ski über die Mitnutzung einigt. Diese Variante lehnen die Wintersportler strikt ab. Kein Wunder. Hängt doch ihr Herzblut an der mit eigener Kraft aufgebauten und über die Jahre gehegten Seilbahn – auch wenn die Abfahrtsläufer angesichts schneearmer Winter kaum etwas von ihr haben. Drittens: Die Abteilung Ski betreibt den Lift und einigt sich mit dem Hauptnutzer über die Kostenbeteiligung. Der Bürgermeister ist optimistisch, dass man eine Lösung findet, mit der alle Seiten leben können. Zumal sich Robin Klinkert auch einbringe. Die TÜV-Rechnung aus dem Jahr 2016 habe er bezahlt. Neben der Tatsache, dass er bereits viele ungezählte Stunden gemeinsam mit Achim Mager von der Abteilung Ski für die Pflege des in die Jahre gekommen Liftes investiert hat, bot er an, dass die Skisportler die Rad-Abfahrt in den Sommermonaten für ihr Training mitnutzen können.

Frank Wachholz sieht in der Ansiedlung des Bike-Parks großes Potenzial für die touristische Entwicklung von Elstra und des Umlandes. Die Stadt ihrerseits hat den Nutzungsvertrag für die Abfahrtsstrecken, den sie seinerzeit mit dem Bikepark-Betreiber abschloss, inzwischen angepasst. Statt bisher rund 300 Euro Pacht stellt die Verwaltung nun 550 Euro in Rechnung. Errechnet werde diese Summe auf der Basis des Ertragsausfalls, welchen die Stadt auf den Abfahrtsstrecken in ihrem Wald hat, erklärt das Stadtoberhaupt. Hinzu komme eine Verwaltungskostenpauschale. Ursprünglich sollte die neue Pacht auf zwei Jahre befristet sein, so der Verwaltungsvorschlag. Doch der Stadtrat entschied, dass sie nur ein Jahr gelten soll. Danach wolle man neu entscheiden.