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Wie weiter mit dem Gebetsraum?

Riesa hatte die Nutzung der Räume an der Goethestraße baurechtlich untersagt. Die SBS will nachbessern – und schweigt zu einer anderen Frage.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Riesa. Die Betreiber des muslimischen Gebetsraums in der Goethestraße wollen das von der Stadt verhängte Nutzungsverbot nun wirklich durchsetzen. Das teilte die Dresdner Gesellschaft SBS am Dienstag auf SZ-Anfrage mit. Riesa hatte bereits am 2. Juni eine weitere Nutzung als Begegnungsstätte aus baurechtlichen Gründen untersagt. Dennoch trafen sich dort nach Erkenntnissen der Stadt auch eine Woche später noch 40 Personen, wohl zum Freitagsgebet. Davon wisse er nichts, sagt Dr. Muhammed Wellenreuther vom Vorstand der SBS: Dafür sei er in Dresden auch zu weit vom Ort des Geschehens entfernt.

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Der schriftliche Bescheid der Bauaufsichtsbehörde habe den Vorstand auch erst am 7. Juni erreicht, weil sowohl Wellenreuther als auch Vorstandsmitglied Dr. Saad Elgazar über Pfingsten nicht in Dresden gewesen seien. Man habe aber am 7. Juni das Schreiben eingescannt und über den internen Verteiler kommuniziert. „Möglicherweise ist das nicht überall sofort realisiert worden“, sagt Wellenreuther. Nach der Anfrage durch die SZ habe man aber noch einmal ausdrücklich auf das verhängte Nutzungsverbot hingewiesen.

Hält man den Bescheid bei der SBS für nachvollziehbar? Dazu möchte sich Wellenreuther nicht äußern – genauso wenig dazu, ob man in Riesa schon an anderen Gebäuden für einen Gebetsraum dran sei. Laut Verfassungsschutz gibt es Verbindungen von der SBS zur radikalislamischen Muslimbruderschaft – was die Dresdner Gesellschaft bestreitet.