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Wie weiter mit dem Sachsenhof?

Das Traditionshotel hat jetzt seinen letzten Öffnungstag. Die Besitzer geben sich zur Zukunft des Hauses schweigsam.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

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Riesa. Sächsischer Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen für 10,50 Euro – das war wohl das letzte handgeschriebene Angebot auf der Werbetafel des Sachsenhofs an der Hauptstraße. Am Dienstag war es bereits abgewischt. Am heutigen Mittwoch, dem 31. Januar, hat das Traditionshotel seinen letzten Öffnungstag. Das hatten die Besitzer der SZ gegenüber bestätigt – was in der Öffentlichkeit für großes Bedauern sorgte.

„Wir sind schon über das Rentenalter hinweg“, hatte das Betreiberpaar gesagt. Ein Argument, das auch Facebook-Nutzer Thomas Nowotny nachvollziehen kann. „Es ist dennoch tragisch, wenn ein weiteres Traditionshaus schließt“, kommentiert er auf SZ.Riesa. Das Haus sei als Hotel aber kaum „ohne einen weiteren Lottogewinn eines Gastronomen“ zu retten. Für eine Renovierung sei sicher Geld nötig – und Banken seien bei der Kreditvergabe in der Gastronomiebranche zurückhaltend. Zumal die Aussichten für so ein Objekt mit jedem Tag Leerstand schwerer würden.

Kommentator Nico von Peterek hält die Lage des Sachsenhofs an der Hauptstraße für topp – allerdings sei das Preisniveau in der Riesaer Gastronomie auch recht niedrig: „Da müsste geschaut werden, ob sich das rentieren würde.“

Ein Parkhaus anstelle des Saals?

Viele Nutzer des Online-Auftritts der SZ danken dem Wirtspaar: „Wir haben gern bei Ihnen gefeiert! Danke, wir wünschen Ihnen einen verdienten Ruhestand“, schreibt Rosi Zschoke. Michael Kotyrba verbindet mit dem Sachsenhof schöne Erinnerungen – an gepflegte Gaststättenbesuche und die Disko oben, „damals in den 80ern“. Annelies Wilde betont, dass die Wirtsleute sich ihren Ruhestand redlich verdient hätten.

Für manchen mischt sich in die Erinnerung Wehmut: „Und wieder ein Teil von Riesa, was verschwindet“, schreibt Ranate Krauße. Es sei schade um jede Gastronomie, die verlorengeht, ergänzt Sigrid Fischer. Gerald Zahn wünscht sich, dass die Gaststätte und das Hotel „zwingend“ erhalten bleiben – auch wenn beim Saal sehr hoher Sanierungsbedarf bei den Punkten Dach und Schallschutz bestehe.

„Wir hörten davon, dass anstelle des Saales ein Parkhaus entstehen sollte“, schreibt Gerald Zahn. Das wäre aus seiner Sicht eine gute Idee. Die Besitzer wollen sich zu den Plänen mit dem Haus nicht äußern. Bei der Stadtverwaltung sind zu dem Grundstück derzeit jedenfalls keine Planungen oder Anträge bekannt. In Online-Immobilienportalen war der Sachsenhof Anfang der Woche noch nicht zu finden.