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Wie weiter mit den Asylbewerbern?

Seit März ist das ehemalige Leonardo-Hotel in Freital ein Asylbewerberheim. Doch der Umbau ist noch nicht genehmigt.

© Karl-Ludwig Oberthür

Seitdem das Leonardo-Hotel Anfang März zur Notunterkunft für Asylbewerber wurde, sorgt die Asylpolitik für heftige Debatten in der Stadt. Die Bürgerinitiative „Freital steht auf – Nein zum Hotelheim“ demonstriert seit fast drei Monaten wöchentlich gegen die Unterkunft in Döhlen. Gegen die Initiative und für Solidarität mit Flüchtlingen demonstriert die „Organisation für Weltoffenheit und Toleranz“. Etwa 30 Freitaler sind seit Mitte März im Willkommensbündnis engagiert. Die Bürger wollen den Asylbewerbern das Einleben in die fremde Umgebung erleichtern, helfen im Alltag und bieten Deutschkurse für die Asylbewerber an, die noch keinen rechtlichen Anspruch darauf haben.

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Freital: "Wie weiter mit den Asylbewerbern?"

In Freital leben derzeit etwa 230 Asylbewerber, 109 davon im ehemaligen Leonardo – so wenige wie seit Wochen nicht. Die anderen sind dezentral in Wohnungen untergebracht. Momentan prüft die Stadtverwaltung einen Bauantrag auf Umnutzung und Umbau des Gebäudes. Der Landkreis braucht die Unterkunft. Er muss in diesem Jahr laut aktueller Prognose mindestens 1 240 Asylbewerber aufnehmen. Das sind 240 mehr als bisher angenommen. Wie viele Asylbewerber die Kommunen unterbringen müssen, richtet sich nach der Einwohnerzahl. Wird das ehemalige Leonardo nicht umgebaut, muss Freital die fast 200 Plätze anderweitig bereitstellen.

Oberbürgermeister Klaus Mättig (CDU) hat es bisher vermieden, sich klar zur Asylfrage zu positionieren. Die Rathausspitze hatte die plötzliche Einrichtung der Asylunterkunft im Wohngebiet kritisiert. Das Landratsamt habe die Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt, hieß es.

Sowohl Asylbefürworter als auch Asylkritiker fordern Bürgerversammlungen zu dem Thema. Die Stadt sieht dagegen nach der Absage des zweiten Bürgerforums Anfang März die Landtags- und Bundestagskandidaten in der Pflicht, den Bürgern vor Ort die Situation zu erklären.

Wir haben die sechs Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl gefragt, was sie für die Asylpolitik in der Stadt tun wollen. Jeder von ihnen hatte die gleiche Anzahl an Druckzeilen für seine Antwort zur Verfügung.