Teilen: merken

Wie weiter mit Schloss Übigau?

Das Dach soll saniert werden. Mehrere Förderanträge wurden gestellt. Was die Eigentümerin konkret plant, ist aber unklar.

© Sven Ellger

Von Kathrin Kupka-Hahn

Schloss Übigau bietet keinen schönen Anblick. Seit Jahren schon. Immer deutlicher und auch gefährlicher wird der Verfall. Die Sandsteinfiguren an der Fassade bröckeln. Das Dach hat Löcher, die mit Plastikfolie abgedeckt wurden. Die Fenster sind vernagelt. An diesem maroden Zustand soll sich offenbar schon bald etwas ändern. Die Eigentümerin des Schlosses, Irene Schinz, plant die Sanierung des Daches vom Hauptgebäude.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Kuschelige Stunden mit heißem Aufguss

Gemütliches Schwitzen in der Mitternachts-Sauna im Freitaler "Hains". Sekt gibt's gratis dazu.

Für dieses Vorhaben liegt eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung vor, bestätigt Rathaussprecher Karl Schuricht auf Nachfrage. Außerdem habe Schinz einen Antrag auf Förderung denkmalbedingter Mehraufwendungen eingereicht. Dieser wird gegenwärtig geprüft, so Schuricht weiter. Allerdings fehlen dafür noch entsprechende Bauvorlagen. Dennoch ist unklar, was mit dem Schloss und seinen Nebengebäuden langfristig geschehen soll. Im Rathaus wird der Sanierungs- und Restaurierungsbedarf als immens eingeschätzt. „Um das Barockschloss wieder auf Vordermann zu bringen, ist eine größere Gesamtinvestition nötig, die jedoch nur auf der Grundlage konkreter Nutzungsziele und Vereinbarungen realisierbar ist“, so der Rathaussprecher. Doch eine Konzeption wurde von der Eigentümerin bisher nicht vorgelegt.

1999 hatte der Heidelberger Zigarrenfabrikant Dieter Schinz das Schloss von der Treuhand gekauft. 2007 ließ dieser auf Druck des Denkmalamtes das Dach sichern. Doch 2009 starb Schinz. Seither kümmert sich seine Witwe um das Schloss. Sie ließ von 2009 bis 2011 die Dächer der Nebengebäude sanieren. Weitere Arbeiten waren in den vergangenen Jahren angekündigt worden. Doch daraus wurde nichts. Warum, ist unklar. Auch gab es mehrere Kaufinteressenten. Warum diese jedoch immer wieder absprangen, darüber lässt sich nur spekulieren. Es fehlte offenbar das richtige Konzept. Zwar gab es in der Vergangenheit viele Ideen, was aus dem Schloss werden könnte – vom Gastronomiebetrieb über eine Schokoladenmanufaktur bis hin zu einem Theater war alles dabei. Doch alle Ideen zerschlugen sich.

Zuletzt haben sich Wirtschaftsstudenten der Technischen Universität mit einem Nutzungskonzept für das Barockschloss auseinandergesetzt. Jedoch stellten sie recht schnell fest, dass sich ein Betrieb, welcher Art auch immer, nicht rechnet. Denn sowohl das Schloss als auch der Garten stehen unter Denkmalschutz, weshalb Anbauten wie etwa für ein Hotel einfach nicht möglich sind.

Irene Schinz will sich nicht weiter zur Zukunft des Schlosses äußern. Als Geschäftsführerin der Immobilienfirma P.J. Landfried ist sie in ihrem Büro in Heidelberg nicht erreichbar. Auch ihr Verwalter in Dresden, Karsten Linke, hält sich zu weiteren Plänen bedeckt. Mehrere Anfragen der Sächsischen Zeitung ließ er unbeantwortet. Viele Übigauer können das nicht verstehen. Sie befürchten, dass das Schloss irgendwann derart marode ist, dass es nur noch abgerissen wird. Einige vermuten sogar, dass Irene Schinz die Pläne für die Schlosssanierung über den Kopf gewachsen sind. Dann sollte sie es doch wenigstens verkaufen, fordern Übigauer. Auch Winfried Pfeil, der Betreiber der Sommerwirtschaft, weiß nichts Näheres zu den Plänen der Eigentümerin. Bis 2016 hat er die Genehmigung für seinen Betrieb im Garten von Schloss Übigau.

Für etwas Hoffnung sorgte nun ein Termin mit Vertretern des Landesdenkmalschutzamtes. Sie sollten in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Verwalter und der Bauaufsichtsbehörde das Schloss inspizieren. Doch leider platzte dieser Treff. Nach SZ-Informationen ist Verwalter Karsten Linke nicht zum Termin erschienen und hat somit die Sachverständigen entsetzt. Bestätigen wollte das Landesamt das auf Nachfrage aber nicht.