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Wie wir wohnen

Die neue Ausstellung im Rabenauer Stuhlbaumuseum befasst sich mit alten und neue Wohnwelten – im Miniatur-Format.

© Andreas Weihs

Von Anja Ehrhartsmann

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Rabenau. Wer in die neue Sonderausstellung „Wie Wir Wohnen“ im ersten Stock des Rabenauer Stuhlbaumuseums kommt, findet sich zunächst in der Zukunft wieder. Denn der Flur, den Besucher als Erstes betreten, ist Visionen gewidmet, die sich mit dem Thema „Wohnen“ befassen. Hier erfährt der Besucher zum Beispiel mehr über das Haus Schminke in Löbau, das Anfang der 1930er-Jahre gebaut wurde und heute noch als bedeutende Architekturschöpfung gilt. Oder über eine Zukunftsstudie des Instituts für Holztechnologie Dresden, zu Möbelvisionen im Jahr 2020.

Auch das Ergebnis kreativer Gedankenreisen der Rabenauer Regenbogen-Schüler findet sich hier wieder. Bis zu den Herbstferien hatten die Kinder und Jugendlichen verschiedener Klassenstufen Zeit, ihr „Zimmer der Zukunft“ unter der Vorgabe „Wie werden wir wohnen“ zu gestalten. Was dabei herauskam, kann sich durchaus sehen lassen. „Es sind sehr putzige Ideen dabei“, freut sich Museumsleiterin Daniela Simon. Aufgegriffen haben die Schüler etwa das Thema „Weltraum“ mit futuristischen Einrichtungsgegenständen, aber auch „Recycling“ oder „nachhaltiges Wohnen“ spielen eine Rolle – dargestellt mit Pappmöbeln oder einer Toilette aus Holz. „Jeder Besucher soll sich seine eigenen Gedanken machen“, betont die Museumsleiterin.

Einen Raum weiter können Besucher in die Vergangenheit eintauchen. Zu sehen gibt es unterschiedlich alte Puppenstuben aus dem zurückliegenden Jahrhundert. Diese hat das Museum als Leihgabe von Ulrike und Ursula Knoll erhalten, zwei Sammlerinnen aus Marienberg. Auch Eric Palitzsch, der aus Rabenau kommt und sich für DDR-Spielzeug begeistert, hat einige Puppenstuben beigesteuert. Aus dem Museumsfundus stammt eine Puppenstube, die sich dem Wohnen nach dem Zweiten Weltkrieg widmet. Zwar sind diese Exponate alle hinter Glas, aber es gibt auch etwas zum Anfassen. Im dritten Bereich der Ausstellung darf nämlich gespielt werden.

Hier findet sich Holzspielzeug aus dem Erzgebirge, hergestellt von der Firma Rülke. Eines der Puppenhäuser ist als Kinderspielecke gedacht. Und auch die Erwachsenen kommen zum Zug: Daniela Simon und ihre Mitarbeiter haben sich ein Mitmachspiel ausgedacht, bei dem es etwas zu gewinnen gibt. Außerdem können Museumsbesucher hier virtuelle Wohnwelten entdecken. Es wird eine Spielekonsole geben, an der „Minecraft“ und „Sims“ ausprobiert werden können.

Die neue Sonderausstellung wird auf insgesamt 60 Quadratmetern gezeigt. „Wir schauen uns an, wie sich das Wohnen verändert hat“, sagt Daniela Simon. Da die 60 Quadratmeter aber nicht genug Platz bieten, um unzählige Wohnstuben einzurichten, entstand die Idee, einfach Puppenstuben aus unterschiedlichen Epochen zu zeigen, erklärt die Museumsleiterin. Es sollte aber auch keine reine Puppenstubenschau werden, das wäre Daniela Simon viel zu langweilig gewesen. Deshalb findet auch das „Spielen“ seinen Platz – da Puppenstuben ja nicht nur Wohnwelten abbilden, sondern auch Spielzeug sind. Ein naheliegender Gedanke, findet die Museumsleiterin. Das Konzept zu „Wie Wir Wohnen“ ist über ein Jahr gereift. So eine Sonderausstellung vorzubereiten und aufzubauen sei zwar auch immer ein Kraftakt, sagt Daniela Simon, gleichzeitig mache es ihr und ihrem Team aber auch viel Spaß. Die neue Ausstellung soll etwas für die ganze Familie sein, sagt Daniela Simon. „Wir hoffen, dass es gut ankommt.“

„Wie Wir Wohnen – Von der Puppenstube zur virtuellen Wohnwelt“ wird am Sonntag, 4. November, um 15 Uhr eröffnet. Die Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz gestaltet die Veranstaltung musikalisch. Die Sonderausstellung ist bis 17. März 2019 geöffnet, Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, freitags von 10 bis 14 Uhr, Sonn- und Feiertags von 13 bis 17 Uhr.