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Weihnachten

Wie wird das Wetter zu Weihnachten?

Ab in den Schnee – so lange es ihn noch gibt. Ein Rekordjahr geht so zu Ende, wie es begann. Ein Vorbote für die kommenden Tage?

Winteridyll pur: Warm leuchten die Fenster der kleinen Häuser um die Kirche im schneebedeckten Seiffen. © dpa/Hendrik Schmidt

Weihnachten kommt dieses Jahr in Grün. Beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach haben Sonntagabend die Supercomputer diese erste Prognose gewagt. Alles davor, das wäre wie ein Blick in die Glaskugel, sagt Andreas Friedrich vom DWD. Seine Supercomputer kennen nun die Aussichten für die Festtage.

Die Temperaturen steigen pünktlich. In Sachsen langsamer als im Westen Deutschlands. Aber zum nächsten Wochenende dürfte sich der Kampf zwischen den immer neuen Tiefs im Westen und dem eiskalten Hoch Gotthard über Westrussland entschieden haben, sagt Steffen Kleinert vom DWD in Leipzig am Sonntagabend. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese russische Kaltluft doch noch bis zu uns vorschieben könnte, liegt bei unter 15 Prozent und schwindet weiter. Die Mehrzahl aller DWD-Berechnungen für Weihnachten kommt im sächsischen Tiefland auf Temperaturen von über fünf Grad. Schnee gibt es dann nur noch auf den höchsten Gipfeln des Erzgebirges. Steffen Kleinert sieht grüne Weihnachten fürs Tiefland. Und überhaupt: 2018 steuert ganz Deutschland auf das wärmste Jahr seit Messbeginn zu. Für Sachsen wird es das zweitwärmste nach 2014. Derzeit beträgt der sächsische Jahresdurchschnitt 9,8 Grad und liegt 2,2 Grad über dem Normalwert. Weihnachts-Extremwerte mit Tagestemperaturen von 14, 15 Grad gibt es diesmal allerdings nicht.

52 Berechnungen werden für die Weihnachtsprognose als Ensemble zusammengepackt, berichtet Kleinert. All die Brechnungen starten mit ein klein wenig veränderten Daten. Selbst die neuen Supercomputer des Wetterdienstes zögerten bis jetzt mit ihrer Weihnachtsprognose. Die Mehrheit der Rechenmodelle ließ sich einfach nicht sinnvoll zusammenfassen.

Nicht nur der Blick in die Zukunft, auch der zurück ist schwierig: Früher war mehr Schnee! „Unsinn“, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. „Das ist nur die gefilterte Gehirnleistung des Menschen. Es war früher genauso wenig weiß wie heute.“ Keine Einbildung jedoch ist das immer wiederkehrende Weihnachtstauwetter. Singularität nennen das die Meteorologen und wissen bis heute nicht zuverlässig, wo diese ihren Ursprung hat. Jedenfalls hat die so schon seltene Chance auf eine weiße Weihnacht durch den Klimawandel nicht noch mehr abgenommen. Bisher.

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Weiße Weihnachten, das heißt für die Meteorologen mindestens ein Zentimeter Schnee flächendeckend an allen drei Weichnachtstagen. Weiße Weihnacht, die gab es im sächsischen Tiefland in den letzten 50 Jahren nur alle fünf, sechs Jahre. Letztmalig lag 2010 in ganz Sachsen mal über Weihnachten Schnee. Der ist längst wieder überfällig.