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Wieder Bewegung am Obertorplatz

Schon vor Jahren ist die Sanierung des Platzes in eine Sackgasse geraten. Wie die Dippser da wieder rausfinden.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

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Dippoldiswalde. Die Dippser Stadtverwaltung unternimmt einen neuen Anlauf zur Sanierung des Obertorplatzes. 2010 wollten die Dippser den Platz schon einmal neu gestalten. Die Stadt hat sogar einen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben, ist dann mit dem Projekt aber in eine Sackgasse geraten. Die Vorstellungen der Stadtratsmehrheit und die der Fördermittelgeber gingen auseinander.

Von der Herrengasse zum Busbahnhof führt ein wichtiger Gehweg. Der ist aber in schlechtem Zustand und soll daher erneuert werden.
Von der Herrengasse zum Busbahnhof führt ein wichtiger Gehweg. Der ist aber in schlechtem Zustand und soll daher erneuert werden. © Egbert Kamprath
Die energetische Sanierung und Modernisierung des Schulgebäudes ist ein wichtiger Bestandteil der Dippser Pläne. Dieses Projekt läuft bereits.
Die energetische Sanierung und Modernisierung des Schulgebäudes ist ein wichtiger Bestandteil der Dippser Pläne. Dieses Projekt läuft bereits. © Egbert Kamprath
Ein Teil der Stadtverwaltung ist jetzt im Kulturzentrum untergebracht. Günstig wäre es, direkt neben dem Rathaus die Räume über der Apotheke zu nutzen.
Ein Teil der Stadtverwaltung ist jetzt im Kulturzentrum untergebracht. Günstig wäre es, direkt neben dem Rathaus die Räume über der Apotheke zu nutzen. © Egbert Kamprath

So kommt es, dass zwar die Häuser auf und um den Platz vorgerichtet sind. Die Straße und die Fußwege sind aber noch in dem gleichen Stand wie vor Jahrzehnten, als weder Autobahn- noch Umgehungsstraße gebaut waren und der internationale Transitverkehr über den Platz gerollt ist.

Weil der Platz so nicht bleiben soll, hat Dippoldiswalde vor gut drei Jahren entschieden, das Sanierungsprogramm mit dem Titel „Städtebaulicher Denkmalschutz“ weiterzuführen und dafür Fördergelder beantragt. Das Hauptvorhaben war dabei die Sanierung des Obertorplatzes. Vorangekommen ist das Vorhaben seitdem nicht mehr. Jetzt mussten sich die Stadträte entscheiden: Treibt die Stadt Dippoldiswalde die Stadtsanierung trotz knapper Kassen wieder voran oder steigt sie aus? Bis 2020 muss das Programm abgeschlossen sein. Der Ausstieg käme aber teuer. Dann müsste die Stadt auch für abgeschlossene Maßnahmen im Rahmen des Stadtsanierungsprogramms Fördergelder zurückzahlen. Sie wäre 1,2 Millionen Euro los und hätte gar nichts davon. Außerdem warnte der Baubeigeordnete Peter Antoniewski: „Wenn wir jetzt zurückziehen, kommen wir nie wieder in ein Förderprogramm rein.“

Die Stadtsanierung weiterzutreiben kostet zwar mehr Geld, rund 1,9 Millionen Euro. Doch das wird gefördert, und die Stadt muss nur ihren Eigenanteil von 491 000 Euro bezahlen. Für das klamme Dipps stellt das eine erhebliche Summe dar, auch wenn sie auf drei Jahre aufgeteilt werden kann. Aber dafür gibt es wenigstens Gegenwerte. Daher sprach sich der Rat auf der jüngsten Sitzung einstimmig dafür aus. Die Neugestaltung des Obertorplatzes soll kommen, der Bau des Gehwegs vom Obertorplatz an der Alten Altenberger Straße entlang und die weitere Sanierung der Oberschule. Außerdem gibt es noch die Idee, das Haus neben dem Rathaus, in dem die Löwen-Apotheke untergebracht ist, zum Verwaltungsgebäude umzubauen.

Es reicht aber nicht, einfach den alten Weg weiterzugehen. Deswegen kündigt die Stadt auch den alten Planungsvertrag für den Obertorplatz aus dem Jahr 2011. Den hatte der Stadtrat an das Büro Ruhsam & Ullrich vergeben. Er wurde aber nie unterschrieben, weil die Pläne von Ruhsam & Ullrich nicht den Vorgaben vom Denkmalschutz entsprachen und daher die Fördergelder zurückgezogen wurden. Nun soll der Planungsauftrag neu vergeben werden.

Jens Mücklich (CDU) sprach auch deutlich an, warum die Gestaltung des Obertorplatzes für die Dippoldiswalder so sensibel ist: Es geht um den Obertorgrill. Es gab Pläne, die eine Platzgestaltung ohne diese Gaststätte vorgesehen haben. Aber darin waren sich die Stadträte fraktionsübergreifend einig: Der Obertorgrill soll bleiben. Auch Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) sieht da keine Gefahr. Die Gaststätte steht auf einem separaten privaten Grundstück. Darauf hat die Stadt gar keinen Zugriff.