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Wieder durch Coswigs Äcker

Bis Ende 2020 sollen zwei neue Rohrstränge neben den bestehenden verlegt werden. Schon jetzt gibt es Widerstand.

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© dpa

Von Peggy Zill

Coswig. Nach Opal kommt Eugal: Bis Ende 2020 sollen zwei neue Erdgasleitungen durch Coswig verlegt werden. Um den Flächenverbrauch zu minimieren, plant der Bauherr Gascade für seine Europäische Gasanbindungsleitung (Eugal) keine neue Trasse, sondern will die Rohre möglichst dicht zur Erdgasfernleitung Opal verlegen. Die Planungen dafür stehen noch ganz am Anfang. Bereits jetzt regt sich jedoch Widerstand. „Wir wollen die Leitung nicht durch Wohngebiete“, sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Darum würde die Verwaltung kämpfen. Ob man sich letztendlich wirklich dagegen wehren kann, sei jedoch nicht sicher.

Die bestehende Ostsee-Pipeline kommt von Niederau und verläuft über die Köhler- und die Elbgaustraße nach Brockwitz. In Kötitz queren die Rohre die Elbe. Bauamtschef Wolfgang Weimann war bereits in die Landesdirektion eingeladen, wo es erste Informationen gab und er die Bedenken der Stadt Coswig vortragen konnte. „Aus unserer Sicht gibt es eine Menge Probleme mit der Leitung.“ In den Unterlagen gehe es bisher vor allem um die Eingriffe in die Natur. Meist liegt die Gasleitung auch unter Wald und Wiesen. „Zwischen Meißen und Dresden ist die Besiedlung und Bebauung so dicht, wie sonst nirgends im Trassenverlauf“, erklärt Weimann. Dieser Aspekt müsse höher gewichtet werden. „Geklärt werden muss außerdem, was im Fall einer Havarie passiert“, so der Bauamtschef.

Planungsunterlagen werden öffentlich

In wenigen Wochen liegen die Planungsunterlagen in den beteiligten Gemeinden aus. In dieser Phase bekommen auch die Bürger und betroffenen Landbesitzer die Gelegenheit sich zu äußern. Widerstand gegen die viel diskutierte Opal-Erdgastrasse gab es 2009 in Coswig keinen. Nur drei Landwirte meldeten im Rathaus damals Bedenken gegen die Leitung an. Seit 2011 strömt Erdgas durch die Stahlrohre. Der Bau der Pipeline zwischen Olbernhau im Erzgebirge und Lubnim an der Ostsee kostete rund eine Milliarde Euro.

Laut Landesdirektion wird im Verdichtungsraum zwischen Meißen und Coswig eine alternative Trassenführung für Eugal detailliert untersucht: die Variante Meißen-West mit der Untervariante Elbquerung Diera-Zehren. Gascade plant, dass der Strang eins bereits ab Mitte 2018 gebaut werden und Ende 2019 in Betrieb gehen kann. Strang zwei soll Ende 2020 fertiggestellt sein.

Die Doppelleitung hat einen Durchmesser von 1,40 Metern und eine Länge von 485 Kilometern. Davon führen etwa 110 Kilometer durch Sachsen. Gebaut wird auf einem 52 Meter breiten Arbeitsstreifen.

Die Eugal soll als Anbindung an zwei neue geplante Pipeline-Stränge durch die Ostsee zukünftig zusätzlich Erdgas nach Süden transportieren. Die Leitung beginnt am geplanten Anlandepunkt in Vierow in Mecklenburg-Vorpommern und überschreitet in Deutschneudorf im Erzgebirgskreis die deutsch-tschechische Grenze. Zielpunkt in Tschechien ist der Erdgasknotenpunkt bei Sankt Katharinaberg.