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Wieder eine Holzfigur auf dem Beckenberg geklaut

Nach dem Schnitzertreffen am vergangenen Wochenende in Eibau fehlt ein Adler. Besonders traurig: die Figur sollte ein Museumsstück werden.

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© privat

Von Romy Kühr

Bitterer Nachgeschmack für die Kettensägenschnitzer vom Eibauer Beckenberg: nach dem erfolgreichen Kettensägenschnitzertreffen am vergangenen langen Wochenende mit vielen schaulustigen Besuchern haben die Organisatoren einen Verlust zu beklagen. Eine geschnitzte Holzfigur wurde gestohlen. Es handelt sich dabei um ein über einen Meter großes Relief eines Weißkopfadlers. „Einer unserer Teilnehmer hatte es erst an dem Wochenende angefertigt“, erzählt Mario Hennig vom Verein „Freunde des Beckenberges“. Der Verein mit Hennig an der Spitze organisiert das Treffen der Männer und Frauen mit dem ungewöhnlichen Hobby. Sie fertigen mit Kettensägen große Figuren und Reliefs aus Holz.

Erst vor Kurzem gründeten Hennig und einige Mitstreiter den Verein mit dem Ziel, eine neue Ausstellung mit Holzkunst in den ehemaligen Räumen des Eibauer Heimat- und Humboldtmuseums in der Baude auf dem Beckenberg zu eröffnen. Jeder der über 30 Teilnehmer des internationalen Schnitzertreffens fertigte am vergangenen Wochenende eine Figur für das neue Museum an und schenkte es dem Beckenbergfreunde-Verein. Der geklaute Weißkopfadler war eines der Stücke für die neue Ausstellung. „Der Schnitzer hat sich auf Adler spezialisiert und uns deshalb einen angefertigt“, erzählt Hennig. Aber auch aus einem anderen Grund findet er den Diebstahl besonders dreist. Die Adler-Figur wurde – vermutlich nachts – direkt vor dem Wohnwagen des Schnitzers gestohlen, der sie angefertigt hatte. Der Mann – ein Kettensägenkünstler aus der Eifel – schlief währenddessen im Wagen. Zwar könne ein kräftiger Mann die Figur durchaus tragen, schätzt Mario Hennig ein. „Aber einiges an Gewicht hat sie schon.“ Und außerdem sei es ja auch auffällig, mit einem so großen Holzvogel herumzulaufen.

Dennoch ist nicht zum ersten Mal solch ein dreister Diebstahl auf dem Beckenberg passiert. Hennig und seinen Mitstreitern, die sich schon seit vielen Jahren um die Pflege des Arreals auf dem Berg kümmern, sind schon mehrfach Holzfiguren gestohlen worden. Viele der Holz-Kunstwerke stehen auf dem Beckenberg, am Wegesrand oder im Wald. Vor einigen Jahren konnten Mario Hennig und die SZ mit einem Zeitungsbericht über eine gestohlene Eichhörnchenfigur den mutmaßlichen Dieb sogar zur Rückgabe bewegen. Offensichtlich hatte er ein schlechtes Gewissen bekommen und brachte die Figur zurück. „Sie lag eines Tages wieder im Wald“, erzählt Mario Hennig.

Auch diesmal hofft der Eibauer, dass der geklaute Adler wieder auftaucht. Wer Hinweise hat, die Figur irgendwo sieht oder etwas beobachtet hat, kann sich bei Mario Hennig melden. Der Holzkünstler hat sogar eine Belohnung ausgelobt: Wer dafür sorgt, dass der Weißkopfadler zurückkommt, bekommt von ihm selbst einen neuen Adler geschnitzt.

Kontakt: [email protected]