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Wieder freier Bienenflug rund um Rothenburg

Der Landkreis hat den Faulbrut- Sperrbezirk aufgehoben. Nur in Nieder-Neundorf und Lodenau gibt es noch Einschränkungen.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Rothenburg. Peter Schiewart ist erleichtert. Untersuchungen des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes (Lüva) des Landkreises Görlitz haben ergeben, dass die Gefahr, an amerikanischer Faulbrut (AFB) zu erkranken, bei den Bienenvölkern in den bisherigen Sperrbezirken Rothenburg und Uhsmannsdorf mit einem Umkreis von jeweils einem Kilometer gebannt ist. Für die Imker in den genannten Bereichen geht damit eine Geduldsprobe zu Ende. „Die Völker mussten seit dem 26. August 2016 an ihrem Standort bleiben. Das hat stationäre Imker wie mich weniger gestört. Wanderimker aber, die mit ihren Wagen immer auf der Suche nach dem besten Platz sind, waren besonders davon betroffen. Ihre Völker durften die Sperrbezirke nicht verlassen“, erläutert der Vorsitzende des Imkervereins Rothenburg. Zwar seien hier nur noch neun Mitglieder organisiert, darüber hinaus gebe es aber eine Reihe von Hobbyimkern, die die Einschränkungen ebenfalls beachten mussten. Dazu zählte auch das Verkaufsverbot von Bienenvölkern und Königinnen, den sogenannten Weiseln.

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Schiewart schätzt die Gefahr der Faulbrutübertragung als sehr ernstes Problem ein, das ganze Bestände hinwegraffen kann. Diese Seuche könne nicht nur durch erkrankte Bienen eingeschleppt werden, sondern auch durch Reste in entsorgten Importhoniggläsern, die von hiesigen Bienen aufgenommen und verbreitet werden. „Auch dort können Faulbrutsporen enthalten sein“, so Schiewart.

Imkervereine aus dem Erzgebirge und dem Oberland haben inzwischen den Landesverband der sächsischen Imker aufgefordert, generell und nicht erst im Verdachtsfall Futterkranzproben auf den Befall mit Faulbrutsporen bei allen Bienenvölkern durchführen zu lassen. Nachdem sich der Verband dieser Meinung angeschlossen hat, sei es nun Sache der Politik, darauf zu reagieren, so Peter Schiewart. Bianca Schulz vom Umweltministerium weist darauf hin, dass es Bestrebungen gebe, ein sogenanntes AFB-Monitoring einzuführen. Eine rechtliche Verpflichtung gebe es aber nicht. Beim Monitoring werde eine Teilpopulation zur Untersuchung ausgewählt.

Nach der Aufhebung der beiden Sperrbezirke können in Rothenburg und Uhsmannsdorf nun wieder Völker ver- und gekauft werden. Ebenso verhält es sich mit Weiseln. In beiden Fällen müssen die Imker aber behördlich ausgestellte Seuchenfreiheitsbescheinigungen vorweisen. Der Sperrbezirk Lodenau wird auf einen Umkreis von einem Kilometer reduziert. Der Sperrbezirk Nieder-Neundorf mit ebenfalls einem Kilometer Umkreis bleibt bestehen.