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Wieder Leben in der Oberlandkaufhalle

Mit der Neueröffnung beendet Tedi in Ebersbach den Leerstand des Gebäudes. Trotzdem bleibt ein Wunsch offen.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Pünktlich 8 Uhr zur Eröffnung der Tedi-Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße im Ebersbacher Wohngebiet Oberland war der Ansturm nicht groß. Eine Stunde später sah das ganz anders aus. Viele Kunden wollten wissen, was denn nun aus der ehemaligen Kaufhalle geworden ist und was der Discounter anbietet. Ingrid Gnauck ist froh, dass mit der Halle endlich was passiert ist. Sie hofft, dass sich die Investitionen rentieren und Tedi lange vor Ort bleibt. Das sehen Gerda Becker und Johanna Limbach ähnlich. Andreas Scholze, der an der Halle einen Blumenkiosk betreibt, freut sich über das neue Geschäft nebenan. Er hofft, dass auch bei ihm mehr Kundschaft gezählt wird. Am Eröffnungstag war das jedenfalls schon so.

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Rund 5 000 Artikel bietet der Nahversorger Tedi auf rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche an. Das 2004 gegründete Unternehmen verkauft unter anderem Haushalts-, Party-, Heimwerker- und Elektroartikel sowie Schreib- und Spielwaren, Drogerie- und Kosmetikprodukte. Jetzt sind auch verpackte Lebensmittel wie Gewürze und Süßigkeiten in den Regalen des neuen Marktes zu finden. „Es ist die dritte Filiale im Osten, die nach dem neuen Tedi-Konzept arbeitet“, berichtet Bezirksleiter Alexander Burghardt. Zum Konzept gehören unter anderem stromsparende LED-Beleuchtung, breite Gänge, übersichtliches und in den Regalen gut erreichbares Sortiment sowie Hinweistafeln. Die Zeit der Wühltische ist vorbei. Das Angebot an alkoholfreien Getränken ist erweitert worden.

Steffen Ain, Vorstand der Stadtwerke Oberland (SWO), ist froh, einen langfristigen Mieter für die lange Zeit leer stehende ehemalige Kaufhalle gefunden zu haben. Er ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Jetzt haben die Bürger aus dem Oberland wieder eine schöne Einkaufsmöglichkeit“, sagt er und hofft, dass sie gut angenommen wird. Die Stadtwerke Oberland, denen die Halle gehört, haben in den letzten Monaten eine sechsstellige Summe in das Gebäude investiert. Vor allem das Dach ist in Ordnung gebracht worden. Eigentlich wollte Ain noch einige Rückbauten aus den Jahren vor 1997 vornehmen lassen, aber dafür war keine Zeit mehr. Er benennt als Beispiel die alte Be- und Entlüftung, die zwar jetzt keine Funktion mehr hat, in der Zwischendecke aber noch vorhanden ist. In der vorletzten Juni-Woche ist das Gebäude an das Handelsunternehmen übergeben worden. Da waren noch die Handwerker im Hause zugange. Es war ohnehin ein sportlicher Zeitplan, den die Stadtwerke gesteckt hatten. Es hat alles gut funktioniert, sagt der SWO-Chef.

Noch nicht erledigt hat sich der Wunsch von Steffen Ain, im Eingangsbereich der Halle frische Backwaren anzubieten. „Wir wollten einen Bäcker finden, der neben Backwaren auch ein Plätzchen für den Kaffeeplausch anbietet“, berichtet Ain. Mehrere Bäckermeister seien angesprochen worden, aber keiner hat zugesagt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Ein Bäcker benannte Personalmangel als Grund für seine Absage. „Das Angebot steht weiter und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich noch ein Bäcker findet, der in der Oberlandhalle Brot, Brötchen und Kuchen anbietet“, so der Stadtwerke- Chef.

Mit der Neueröffnung von Tedi in der Friedrich-Ebert-Straße gibt es vorerst zwei Filialen dieses Discounters in Ebersbach. Die am Unteren Kirchweg soll zunächst parallel weiterbetrieben werden. So viel weiß der SWO-Chef. Wie die SZ erfahren hat, soll die besagte Filiale bis Ende August geöffnet bleiben. Vom Discounter selbst war dazu nur zu erfahren, dass man zu diesem Standort derzeit keine Auskunft geben könne, außer, dass es dort keinen Ausverkauf geben werde, wie Unternehmenssprecherin Ariane Kullack erklärt.

Tedi geht weg vom Unteren Kirchweg, weil dort ein neues Einkaufszentrum geplant ist, ohne Tedi. Das will ein Investor aus München bauen. Die Stadträte hattenerst vor kurzem den Weg dafür frei gemacht, dass der Investor seinen Bauantrag einreichen kann. Wie die SZ in Erfahrung gebracht hat, soll es in letzter Zeit sehr wenig Kontakt zwischen dem Investor und der Stadtverwaltung gegeben haben. Eine entsprechende Nachfrage der SZ in der Ebersbach-Neugersdorfer Stadtverwaltung bleibt derzeit unbeantwortet, da die zuständigen Ansprechpartner im Moment Urlaub haben.