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Wieder mit der Maus ausgerutscht

Ein Fußball-Tweet der AfD-Politikerin Beatrix von Storch wird zum Eigentor.

© dpa

Annette Binninger

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Berlin. Es gibt überflüssige Äußerungen von Politikern. Und es gibt die Tweets von Beatrix von Storch. Die sind gelegentlich noch eine Kategorie darunter. Und dennoch sorgen sie für laute, dafür kurze Sommergewitter in der Netz-Gemeinde.

So auch am Freitag wieder. Gerade liegt die deutsche Mannschaft samt der hinter ihr versammelten Nation geschlagen am Boden, niedergestreckt durch zwei Tore der französischen Gastgeber, da rutscht der Europa-Abgeordneten doch mal wieder einer ihrer flotten Sprüche aus der Handy-Tastatur. „Vielleicht sollte nächstes Mal dann wieder die deutsche NATIONALMANNSCHAFT spielen?“, tippte von Storch tapfer in die Welt. Doch die Kritik an der „Umbenennung“ der Elf durch den DFB – er vermarktet das Team als „Die Mannschaft“ – wurde mal wieder zum Eigentor. Ganz im Mannschaftsgeist von Parteikollege Alexander Gauland. Der hatte vor wenigen Wochen gegen Nationalspieler Boateng geschossen – den fänden „die Leute“ als Fußballspieler zwar gut. Aber sie wollten „einen Boateng nicht als Nachbarn haben“. Und so wurde auch Storchs Anmerkung gelesen – als feindliche Spitze gegen Fußballspieler mit Migrationshintergrund und anderer Hautfarbe.

Auf das Netz-Gewitter folgte die klassische Relativierungsarie. Nicht so gemeint. Aber eben so gesagt, nur eben anders gemeint. Oder doch ganz anders? So etwas Ähnliches jedenfalls. Am Ende löschte von Storch den Tweet und bemerkte via Facebook, sie habe sich doch nur auf den Namen der Mannschaft bezogen, nicht auf einzelne Spieler. Kurzer Rückblick: Als sie den Schusswaffen-Gebrauch zur Abwehr von Flüchtlingen forderte, bedauerte sie, ihr wäre wohl die Maus ausgerutscht.

Nun ist die EM vorüber. Jedenfalls für die deutsche Mannschaft. Und damit auch für die AfD-Twitter-Freunde. Eigentlich schade für die Partei. Denn womit könnte sie jetzt noch von den parteiinternen Fouls und Fehlschüssen ablenken?