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Wieder Prozess um Tod eines Asylbewerbers in Dresden

Zwei Marokkaner geraten in einem Dresdner Asylbewerberheim in Streit. Für einen der Männer endet er tödlich, der andere sitzt in U-Haft. Er muss sich nun wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Dresden. Ein halbes Jahr nach der tödlichen Attacke auf einen Asylbewerber beginnt am Mittwoch am Dresdner Landgericht der Prozess wegen Verdachts des Totschlags gegen einen Marokkaner.

Der 29-Jährige, der seit 2013 in der Elbestadt lebt, soll am 26. April einen Landsmann im Asylbewerberheim niedergestochen und getötet haben. Er war kurz nach dem Angriff auf seinen Freund im Stadtteil Löbtau festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Die Männer waren nach Erkenntnissen der Ermittler wegen gestohlener Handys und ihrer gemeinsamen Drogengeschäfte in Streit geraten.

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Heimbewohner und Nachbarn hatten wegen der lauten Auseinandersetzung an dem Morgen Alarm geschlagen. Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät, Reanimationsversuche scheiterten. Der 32-Jährige hatte massive Stichverletzungen und verblutete laut Obduktionsergebnis. „Tatwaffe war ein Küchenmesser mit etwa 15 Zentimeter langer Klinge“, sagte ein Gerichtssprecher. Der aus Casablanca stammende Beschuldigte war laut Anklage zur Tatzeit erheblich betrunken.

Die Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts hat insgesamt fünf Verhandlungstage bis Anfang Januar terminiert. Neben einem Sachverständigen sind drei Polizisten und zwei andere Zeugen geladen.

Es gab noch eine andere tödliche Auseinandersetzung. Im Januar verblutete ein 20 Jahre alter Flüchtling aus Eritrea vor einem Dresdner Wohnhaus. Der Verdacht eines fremdenfeindlichen Hintergrunds hatte sich in nicht bestätigt. Nach Tagen war ein Landsmann und Mitbewohner des Asylbewerbers festgenommen worden. Der 27-Jährige war Anfang November zu fünf Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden - von der Schwurgerichtskammer, die nun den Fall des Marokkaners verhandelt. (dpa)